Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
399
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Wurfrad Wurm 3W

Uultt'plication irgend einer Zahl mit sich selbst entsteht, die Cubikzahl dieserZahl, und diese Zahl selbst wieder die Cubikwurzel aus jenem Products ge-nannt. Die Stereometrie bezieht den Inhalt jedes Körpers auf einen zur Einheitangenommenen Würfel, durch dessen Ganzes oder auch Bruchtheile sie diesen Jn-i halt ausdrücken lehrt.

Wurfrad wird, zum Unterschiede von dem Schöpfrade, ein Rad genannt,welches das Wasser bloß fortwirft und nicht schöpft. Gewöhnlich besteht cm solchesWurfrad aus einer Anzahl an einer Welle in schiefer Richtung angebrachten Schau-feln. An der untern Halste dieses Randes ist unten auf beiden Seiten eine hölzerneVerkleidung, die nur einen sehr kleinen Raum zwischen sich und dem Rade läßt.Zn diese Verkleidung kann sich unterhalb das Wasser von denjenigen Orten herhineinziehcn, die man trocken zu machen sucht.

Wu r m (Albert Aloysius Ferdinand), ausgezeichnet unter den jetzt lebenden^ Darstellern des Komischen auf der Bühne, ward 1783 zu Greifenhagen in Pommerngcb. Früh verlor er seine dm ftigen Altern, und selbst der Unterricht einer Dorf-schule ward ihm nur kurze Zeit zu Theil. Den Verfolgungen einer harten Stief-mutter entzog er sich durch dis Flucht, diente dann zuerst bei Handwerkern, späterbei Herrschaften, und lernte in dieser Lage die Sitten der nieder« Stände kennen,in deren Nachbildung er so glücklich geworden ist. Puppenspieler weckten zuersts Neigung zum Theater, und als er endlich in Neustrelitz ein wirkliches Schauspielausführen sah, faßte ec den Entschluß, sich selbst auf den Bretern zu versuchen. Erbegann, nach mehren mißlungene» Bemühungen, diese Laufbahn bei Kunstreitern;nachher fand er ein Unterkommen bei wandernden Schauspiclertruppen in Schlesien.Zum ersten Male betrat er die Bühne als Plumper inEr mengt sich in Alles"(später eine seiner besten Rollen). Doch führte ihn s. Stimme von bedeutendemUmfang und ungemeiner Lieblichkeit bald in das Fach erster Tenorpartien, und erdcbutirte als Belmonte. Zn Warschau fand er sein erstes anständiges Unterkommen^ und blieb daselbst bis 1804; dann machte er eine Kunstreise nach Breslau, Bam-. bcrg, Würzburg, und blieb an letzterm Orte. Eine zweite Kunstreise führte ihn( im Sommer 1809 nach Berlin, wo er fest engagirt ward, und nach Beendigungseiner angcfangenen Reise mit Kotzebue's Pachter Feldkümmel seine neue Laufbahn^ ^ begann. Nicht lange danach wurde zum ersten Male dasHausgesinde" gegeben,eme Oprr, welche in 2 Jahren einige und 80 Mal wiederholt ward. Mit der- Partie des Loren; hatten W.'s erste Tenorrollen ein Ende. Er wäre indeß vielleichtnie von Berlin abgegangen, hätte er sich nicht durch das glückliche Auffassen des. Komischen in den Sitten und Eigcnthümlichkeiten der jüdischen Nation, z. B. ing der Posse:Unser Verkehr/, den Haß derselben zugezogen. Doch hatte ein gegendm Künstler eingeleitetcr Criminalproceß keine weitern Dolgen. Auf einer darauf8 > unternommenen Kunstreise über Hamburg durch ganz Norddeutschland bis nach! l dem Rhein und Main ward ihm die glänzendste Anerkennung s. Verdienste. 1817»ahm er bei dem neu eingerichteten Theater in Leipzig eine Stelle an, die er aberbald aufgab, um fortan völlig frei s. Kunst zu üben. Eine ausführliche Charak-tmstik dieses ausgezeichneten Künstlers zu geben, erlaubt hier der Raum nicht.Nur so viel sei für Diejenigen gesagt, die ihn noch nicht sahen: er ist in der Darstel-lung des Niedrigkomischen bis in seine feinsten Schattirungen einer der glücklichstenSchauspieler. Eine unerschöpfliche Laune, Festigkeit und psychologische Richtig-keit in der Charakterzeichnung, ein glücklicher Takt, das Komische im Leben aufzu-greifen und wiederzugebe», eine sanfte, melodische Stimme und ein bis zum Be-wunderungswürdigen biegsames Organ sind die hervorstechenden Vorzüge seinesTalents. Durch s. Heinrich imZinngießer", Adam imDorfbarbier", Lorenz im

«Hausgesinde", Erack imLügner und Sohn", Ferdinand in de»Drillingen",Jakob inUnser Verkehr", Schneider imSchneider und Sänger", Matz imIn-