Wagenaar Wagenbauer ! 5
suche der letztem Art sind ebenfalls schon von den Griechen gemacht worden, dennman erzählt, daß bei den Panathcnäen eine Galeere, die durch inwendig ange-brachte Räder getrieben wurde, durch die Stadt gefahren sei, wie wenn sie auf demMeere hinsegelte; und von dem engl, Franciscaner Roger Baeo (13. Jahrh.) bisauf unsere Zeiten herab wurden solcher sich selbst bewegenden Wagen viele erfun-den , allein noch keine dieser Erfindungen schien von bedeutendem Erfolge. Baldist die Maschinerie zu künstlich, bald sodert sie zu viel Kraftaufwand, bald sind andreunvermeidliche Unbequemlichkeiten damit verbunden. Für wichtiger sollte man dieErfindung, Wagen mittelst der Segel in Bewegung zu setzen, Hallen, allein eSblieb noch immer bei Versuchen. Simon Stevin aus Brügge erfand einen solchenWindwagen, der wie ein andrer Wagen mit Rädern rc. versehen war, und in dem28 Personen sitzen konnten. Er ging auf dem flachen Lande so schnell, daß er in2 Stunden 14 holl. Meilen zurücklegte. Der Engländer Slater reiste auf einemWagen mit starken Rädern, der durch Segel getrieben wurde, von Alexandria nachBassora; er legte bei starkem Winde in 1 Stunde 4 deutsche Meilen zurück. *) —Eine große Umwandlung in dem Mechanismus der Fuhrwerke verspricht eine Erfin-dung des Hrn. v. Baader in München. Die Erfindung eines Wagens mit einemRade wurde in Frankreich 1828 patentirt. Faulstich in Berlin hat 1829 einen ähn-lichen erfunden. (Vgl. auch Dampfwagen und Draisine.) Über die Erfin-dung und Geschichte der Fuhrwerke, Wagen und die Bespannung derselben bei denAlten, vgl. man das mit vielen Kupfern versehene Prachtwerk des Hrn. Ginzrot,k. bair. Wageninspectors (München 1817 fg., 2 Bde.). — Wagen (elektrischer)heißt ein kleiner dreirädriger Wagen mit einem Haspel, auf welchen die leitendeSchnur des elektrischen Drachen gewunden ist. Man bedient sich desselben, umdie Schnur nicht mit der Hand halten zu dürfen und vor der herabgeleiketen Elek-tricität gesichert zu sein.
Wagenaar (Johann), Historiograph der Stadt Amsterdam, wo er 1709geb wurde und 1773 starb, ist einer der bedeutendsten Holland. Gelehrten und na-mentlich einer der besten Geschichtschreiber seines Vaterlandes. Sein berühmtestesWerk ist die Geschichte von Holland: ,,I)o Vrrderlsndsebe bistoriv vervattendede Oesvbiodenisson der vereeoißde Nederlsnden , ini-onderlieit die van Hol-land, van den vroeASten l^den ab" (bis 1751) (21 Bde., Amst. 1749—00,deutsch von E. Toze, Lpz. 1756, 8 Bde., 4.). 1788 kam eine Fortsetz, diesesWerks heraus: „VervolA van äVa^enaar Vaderlandsebe bistvrie" 11. (48 Bde.,Amst. 1788—1810), welche die Geschichte Hollands von 1776—1802 enthält,und um diese Fortsetzung mit dem Hauptwerke zu einem Ganzen zu machen, sind1789 fg. noch ein 22., 23. und 24. Bd. erschienen, worin die Geschichte von1751—74 enthalten ist. Spittler sagt von diesem Werke: „Wagcnaar war Hi-storiograph der Stadt Amsterdam; man darf also in vielen Fällen, wo OcamschesInteresse mit im Spiele ist, keine reine Unparteilichkeit erwarten. Doch da er weitmehr bloßer Compilator als Historiograph ist, so hat dies weniger Einfluß, als manfurchten sollte, und eS wird deswegen von beiden Parteien immer mehr alseinHauptwerk betrachtet". Einen bedeutenden Werth, nur mit beschränkterm Ge-brauche, hat auch s. „Schilderung der Verein. Staaten" (12 Bde., 1739) und eineBeschreibung von Amsterdam (3 Bde., 1760, Fol.). Auch in Hinsicht des be-rühmten de Witt (s. d.) zeigte er sich als ebenso feurigen wie redlichen Veriheidi-ger. Seine theologischen Schriften sind zum Theil polemischen Inhalts und dürf-ten jetzt am wenigsten gesucht werden. Übrigens war er ein ebenso tugendhafter alsgelehrter Mann.
Wagenbauer (Max Joseph), Landschaftsmaler, seit 1815 Jnspectorder k. Gemäldegalerie zu München, geb. 1774 zu Gräsing im Jsarkreise, besuchte*) Aach soll es in England Wagen mit 6 Rädern geben.