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12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
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16 Wagenburg Wagner

die Zeichnungsschule zu München, wo er das Thier- und Landschaftsfach wählte.Man schätzt von ihm aus dieser Zeit einige Aquarellzeichnungen, welche Gegendenvon Baiern und Trachten des Landvolks darstellen. Seine weitere Bildung ver-dankt er der Galerie zu München und der Anleitung des verst. k. Galericdirectorsv. Männlich, vorzüglich aber dem Studium der Natur in Baiern und in der Schweiz.Von hier rief ihn der Krieg in die Reihen des vaterländischen Heeres. Nach demFrieden lebte er ganz dem Studium seines Kunstfaches, und ein tieferes Eindringenin die Natur gab bald s. Ölgemälden mehr Kraft und Wahrheit, indem sich ausihnen das Matte der frühern Aquarcllmanier verlor. W. weiß Hirtenscenen ineiner gefälligen Landschaft trefflich zu gruppiren; s. Figuren haben Charakter. Inder Ausführung liebt er meistens Potter's Geschmack, verbunden mit Leichtigkeitund Freiheit des Pinsels. Seine Vorgründe sind fleißig behandelt, sein Auftragist durchsichtig, s. Beleuchtung natürlich, s. Farbenton harmonisch. Der König vonBaiern besitzt von ihm einige treffliche Gemälde, u. a. das Innere eines Stalles;die Ansicht des starhemberger Sees im Hintergründe bei untergchender Sonne, imVorgrundc Kühe und Schafe mit einem Hirtenknaben. Auch in der k. Galerieund im Saale zu Nymphenbucg sieht man von ihm große Bilder, u. a. Gegendenvom Kochel- und vom Tegernsee. Einige Werke von ihm hat der Kaiser von Ruß-land gekauft. Eins s. vorzüglichem Werke kam in die Galerie des Fürsten Liechten-stein, ein andres in die grafl. Schönborn'schc Galerie in Pommersfelden. MehreKunstfreunde in München, Augsburg u. a. a. O. besitzen von ihm schöne Cabinets-stücke. 1809 und 181S gab W. Anleitungen zur Landschaftszeichnung in lilhogr.Manier heraus, jede von 18 Bl. u. Baumstudien in 12 Bl (1817). Er starbzu München d. 12. Mai 1829.

Wagenburg, eine Verschanzung von Wagen, war in ältern Zeiten imKriege ein gewöhnliches Vcrtheidigungsmittel durch ineinandcrgeschobene Wagen,hinter welchen die Fußvölker gegen die Angriffe der Reiterei gesichert waren. Der^stärkere Gebrauch der Artillerie hat diese Art der Vertheidigung unstatthaft ge-macht. Wagenburg wird auch, obwol unpassend, die ganze Masse der Pro-viant- und Packwagen genannt, die zu einem Armeekorps gehören; man sagthesser Fuhrwesen (franz. Imin).

Wagerecht, horizontal, (.Horizont.

Wagner (Ernst), geb. den 2. Febr. 1768. Bei dem ersten Blick aufdie Leistungen dieses Schriftstellers als Nomanendichter scheint das Gemüthlichevorzuherrschen; doch bei genauerer Prüfung wird man ebenso sehr von s. reichen,schöpferischen Phantasie, wie von (.feinen, stets psychologisch motivirten Welt-und Menschenkenntnis überzeugt. Leider muß man bei diesem ausgezeichnetenSchriftsteller beklagen, daß er nicht lange und besonders nicht gesund genug lebte,um den ganzen Reichthum s. edeln Geistes zur Belehrung, zum Genuß und zurEhre seiner Nation noch mehr zu entfalten, als es durch die vorhandenen Erzeug-nisse geschehen ist. Wie das wahre Talent oft, ja fast gewöhnlich, sich unterdem Drucke der äußern Verhältnisse mit verstärkter Federkraft emporhebt, so war esauch derFall bei ihm, welcher, als derSohn eines unbemittelten Landgeistlichen indem sachs.-meiningischen Dorfe Roßdorf, sogar der nothwendigen Unterstützungermangelte, um ein Gymnasium beziehen zu können. Die gründlichen Kenntnissedes wackern Vaters und die mit Fleiß verbundene schnelle Fassungskraft des Soh-nes ersetzten indes diesen Mangel so, daß er die Prüfung bestehen und dir Universi-tät Jena besuchen konnte, wo er sich der Rechtswissenschaft widmete. Nach seinerZurückkunft wurde er Privatsecretair des Gutsherrn, Freih. v. Wechmar, dannGerichtsactuar und zugleich Verwalter de t dortigen Rittergutes. Wicwol auf demfreundlichsten Fuße mit der Gutsberrschaft, fühlte er sich doch mannigfaltig be-engt; denn da er bald Gatte und Vater wurde, reichte selbst die höchste Sparsam-