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12 (1830) W bis Z
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Wage Wagen

vvaxon» o5 rvai", mit einem Glossar über die Waffenbcnennungen des Mittelal-ters, vonSam. RushMeyrick (3Bde., Fol-, m.Kpfrn., Lond.1824, 138Thlr).

Wage ist ein mechanisches, auf der Lehre vom Hebel (s. d.) beruhendesWerkzeug, das Gewicht der Körper zu bestimmen. Es gibt 2 Arten der Wage:die alte oder Schnellwage, und die neue oder gemeine Wage. An der unglcich-armigen oder Schnellwage kann einerlei Gewicht in verschiedenen Entfernungenvon der Unterstützung verschiedenen Lasten das Gleichgewicht halten, da sich dennan der römischen Schncllwagc das Gegengewicht am langen Arme, an der schwedi-schen oder dänischen aber der Ring des Wagebalkens verschieben läßt. Die ge-meine Wage besteht aus einem gleicharmigen Hebel, Wagebalken genannt, dergenau in der Mitte so aufgchängt ist, daß er sich frei um seine Axe hin- und herbe-wegen kann. Bon dem Ende jedes Arms hängt eine Schale herab, um das Ge-wicht und die zu wägende Sache hincinlegen zu können. Das Ganze, wenn csruht, muß sich genau das Gleichgewicht halten. Beschwert man nun die eineSchale mit einem Gegenstände von beliebigem Gewicht, so wird das Gleichgewichtder Wage aufgehoben, und man wird, um es wiederherzustellcn, in die andre Schaleein gleich schweres Gegengewicht legen müssen. Kennt man nun die Schwere die-ses Gegengewichts, so erfährt man dadurch zugleich die des Körpers in der andernSchale. Um genau zu wissen, wann sich die Wage im Gleichgewicht befindet, istauf dem Wagebalken, und zwar gerade über dem Schwerpunkt, an welchem erhängt, eine Spitze, die sogen. Zunge, im rechten Winkel angebracht. Steht nundie Zunge senkrecht inne, so ist dies ein Zeichen, daß der Wagebalken sich in honzon-laler Lage, d. h. im Gleichgewicht befindet. Die hydrostatische Wage ist eine ge-meine Wage, nur von größerer Feinheit und Empfindlichkeit. Über die Theorieder Wage s. die Lehrbücher der angewandten Mathematik und Physik; namentiichBivt's ..Physik", deutsch durch Fechner (Lpz. 1824, 4 Bde.).

Wagen. Ohne Zweifel sind die mit Nädern versehenen Wagen aus derSchleife entstanden, die man auf Walzen legte. Dann schnitt man ans den Wal-zen Scheiben, die man zum Umdrchen cinrichtete und an das Fuhrwerk befestigte.Nach Moses war Ägypten das Land, wo man zuerst die Wagen gebrauchte. DieChinesen schreiben die Erfindung des Wagens dem Hiene - Pucne zu. Die Grie-chen hielten Erichthonius, den 4. König von Athen, für den Erfinder desselben,und erzählten, er habe sich, weil er lahm war, desselben bedient. Die zweirädrigenWagen mögen wol die ersten gewesen sein; doch gedenkt schon Homer auch dervierrädrigen, deren Erfindung man den Phrygiern zuschricb. Ein Gegenstand desLuxus wollten die Wagen lange nicht werden. Man zog die Sänfte und das Rei-ten als bequemer und anständiger vor. Im Kriege wurde von den Wagen früh-zeitig Gebrauch gemacht: Moses erwähnt schon der Rüstwagen des Pharao. Beiden Griechen soll Theseus die Streitwagen eingeführt haben. Die Pferde warenmit Eiscnschuppcn bedeckt, vorn an der Deichsel befanden sich Spieße, und an denSeiten der Wagen und unterwärts gingen Sicheln aus. Mit solchen Sichelwagenfuhr man in die Reihen der Feinde. Übrigens bedienten die Griechen sich zweirä-driger Wagen, auf denen die Krieger standen und von denen aus sie ihre Wurf-spieße warfen. Diese Wagen waren hinten offen, und die Räder niedrig. DieRömer bedienten sich frühzeitig der Wagen; schon auf den 12 Tafeln wird dierVroor» erwähnt. Nach dem Gebrauche, wozu sie die Wagen bestimmten, gabensie denselben auch verschiedene Benennungen, als (üsrpontum, ein zweirädrigesFuhrwerk mit gewölbter Bedeckung, dessen sich besonders die römischen Damen be-dienten; (larruea, eine Art Staalswagen mit4Rädern (s. Kutsche); tünruill,ksüeäum rc. waren Benennungen von a. Arten von Wagen. Noch erwähnenwir der Triumphwagen ((mi-ru» triumplislis) der Römer. Die Wagen werdenentweder von Lhieren oder Menschen bewegt, oder auch durch Maschinerien. Ver-