1L
Waffen
leeren Versprechungen hinhielt. Seit 1812 lebte er wieder meistens in und umHamburg, auch bei Dresden, mit Kunst und Wissenschaften beschäftigt, zugleichfür die leidende Menschheit sorgend. Als Schriftsteller schreibt er sich AugustNaugrav v. Wackerbarth.
Waffen. Es liegt in der Natur des Kampfes ein Streben, die Kräfte zusteigern, theils um leicht, schnell und vollständig den Gegner zu überwinden, theilSum seinem Andrange zu wehren, sich vor demselben zu schützen, ihn möglichst un-schädlich zu machen. Das Gefühl der Unzulänglichkeit physischer Kraft treibt denGeist, Mittel für jene Zwecke zu erfinden, und diese Mittel sind zunächst Wehr undWaffen. So ergreift schon der Affe Baumäste und Prügel und wirst mit Stei-nen oder Früchten nach seinem Dränger; so nimmt der Wilde eine Keule, einenStecken, den er bald spitzen und harten lernt, zum Stich, in die Hand, und erlauschtdie Eigenschaft der Schnellkraft, die ec zum Bogen verwendet; so erdenkt er sichirgend einen Schirm, besonders für die edlern Theile seines Körpers, Kopf undBrust. In dem Zustande der Civilisation mühte sich der menschliche Geist vonjeher ab, immer neue und zweckmäßigere Angriffs - und Schutzwaffen zu erfinden,sie zu vervollkommnen, ihren Gebrauch zu erleichtern; es wurde gekünstelt undvereinfacht. Bei einem aufmerksamern Blick auf die Geschichte der Waffen wirdman bemerken, wie vom Faustkampfe und dem Handgemenge an in allen Periodendes Waffengebrauchs das Bestreben sich zeigt, eine Kraft der Natur nach der an-dern zu ergreifen, um aus immer größer» Entfernungen auf den Gegner zuwirken. Im umgekehrten Verhältnisse geht der rohe persönliche Muth, diegewaltige Kmpermacht in Gewandtheit über; sie weicht dem Geschick des Waffen-kundigen , und zuletzt auch dieses der geistigen Überlegenheit. (Man betrachte dieErfolge der heutigen strategischen Operationen.) — Die Bekanntschaft mit denMetallen lehrte die Stöcke zu Spießen, Speeren, Piken, Lanzen umbildm, führteauf die Idee des Schwertes (Sabel und Degen), des Harnisches; aus Schleuderund Bogen entstanden die Armbrust und die großartigen Kriegsmaschinen der Al-ten , die wir u. d. N. Katapulten, Batisten rc. kennen. Mit ihnen vermochte manschon bis auf 1000 Ellen zu wirken. — Mit der Entdeckung der Kraft im Sal-peter und der Erfindung des Schießpulvers veränderte sich das ganze Bewaff-nungssystem. Es wurde dadurch möglich, ein Ziel in 6000 Schritt weiter Ent-fernung zu erreichen (vgl. Schußweite) und in kurzer Zeit Widerstände zu zer-stören, wozu sonst Jahre gehörten. Es ist nicht unmöglich, daß durch Anwendungder Dämpfe (vgl. Perkins's Dampfgeschütz) einst noch Mehres geleistetwerden könnte. — Genauer unterscheiden sich jetzt 1) Angriffs-, 2) Schuß-waffen; erstere wieder in-r) Hiebwaffen (Säbel, Pallasch), b) Stoßwaffen (De-gen, Pike, Lanze, Bayonnet), o) Wurfwaffen (Mörser, Haubitz u. ähnliche),ü) Schußwaffen (Pistol, Carabiner, Büchse, Flinte, Kanons); letztere-r) in ei-gentliche Schutzwaffen (Helme, Kürasse u. dgl.), und I») in Schirmwerke, wohinalle Gegenstände der Befestigungskunst gehören. Von den bedeutendsten derselbenhaben wir in bes. Art. gesprochen. — Die Geschichte der Kriegskunst enthält zu-gleich die der Waffen; doch finden wir auch u. d. N. Waffenlehre besondereBeschreibungen sowol der im Alterthume gebräuchlichen Waffen (aus älter»Schriftstellern gesammelt), als auch der jetzt üblichen Bewaffnung in den verschie-denen Heeren, zugleich Belehrung über deren Anwendung. Doch fehlt ein demZweck entsprechendes, vollständiges Werk aus höhern und weltumfassendem Ge-sichtspunkten. — Man pflegt auch die 3 Haupttruppengaltungen, Fußvolk, Rei-terei und Geschützwesen, durch den Namen Waffengattung oder Waffen zubezeichnen. — In Ansehung der Waffen der allen Völker und der des Mittel-alters verweisen wir auf das sür Staats-, Kriegs-, Sitten - und Kunstgeschichtedes Mittelalters wichtige Prachtwerk: „Oritival inguir^iatosuoientsrmour »uck