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Wachsen
Richtung desselben und die Qualität der Producte des Wachsthums. Zu einemnormalen (naturgemäßen, zeitgeregelten) Wachsthum gehört ein gewisses Maß deräußern Bedingungen, im Verhältnisse zur besondern Natur der organischen Dinge.Daß z. B. ein zu fetter Boden bei reichlicher Feuchtigkeit und zu viel Wärme da«Wachsthum vieler Pflanzenarten übertreibt (zu sehr beschleunigt), wobei die Organeund deren Substanz nicht die gehörige, naturgemäße Consistcnz oder Reise erlan-gen können, weil unter solchen Umständen der Trieb des Stängels und des Laubes(die vorzugsweise Organe des Wachsthums sind) auf Kosten der Blüthe und nochmehr der Frucht begünstigt werden muß, ist leicht zu begreifen. — Andre Er-scheinungen in Beziehung auf das Wacbsthum der Thiere und Menschen, z. B.daß durch viele Bewegung (angestrengte Muskelthätigkcit), durch große Reizbarkeitdes Nervensystems, und vieles Denken, selbst bei guter Kost, in der Regel Ma-gerkeit des Körpers bedingt ist, welche daher sowol bei Lebensarten, die schwere kör-perliche Arbeit, als bei solchen statlsindet, die mit vieler Geistesanstrengung ver-bunden sind; daß im Gegentheil bei vieler Ruhe des Geistes, Gemüths und Lei-bes, wozu phlegmatische Temperamente geneigt sind, zumal in Verbindung mitreichlicher Kost, die Corpulcnz, d. h. die Production der organischen Masse, be-günstigt wird, daß heftige Gemüthsbewegungcn, starke Leidenschaften, zumalwenn sie oft erregt werden, die Gesundheit nothwendig stören müssen, und vieleandre hierher gehörige Erscheinungen erklären sich nun leicht aus dem in diesem Ar-tikel entwickelten gegenseitigen Verhältnisse der pflanzlichen und thi'erischen Natur,welche im lhierischen Organismus in stäter und inniger Wechselwirkung begriffensind, und auf deren harmonischem Wechselspiele die Gesundheit beruht. — Manspricht auch in geistigen Dingen von einem Wachsthum, und im Allgemeinen fas-sen wir in diesem Worte das Unsichtbare der Natur, ihre thatigen (lebendigen)Kräfte zusammen. Auch der menschliche Geist ist kein von der Natur verschiedenes,von ihr getrenntes Wesen; man kann ihn sehr schicklich die bewußte Natur nennen,und alle Tätigkeiten desselben sind in der bewußtlosen Natur schon vorgebildet.Daher entspricht jedem Systeme des leiblichen Organismus ein Vermögen derSeele, mithin auch den pflanzlichen (productiven oder reproductiven) Systemen eingeistiges Vermögen, durcb dessen Thätigkeit der Geist wächst und wachsend sich bil-det. Es ist daS sinnliche Wahrnehmungsvermögen und die schaffende (reproductive)Einbildungskraft, die jenen leiblichen Systemen entsprechen, und das Gedächtnißhält den angeeigneten Stoff in einer bestimmten Form fest, wie die pflanzlichenKräfte des leiblichen Organismus den assimilirten körperlichen Steffin inerbe-stimmten Gestalt. Aufnahme des geistigen Stoffs, den der Unterricht' irbietet,Verdauung des aufgenommencn Stoffs und Absonderung zur Bildung der Kennt-nisse sind Vorgänge des pflanzlichen Vermögens im menschlichen Geiste, u. d wiedie Jugend die Zeit des leiblichen Wachsthums ist, vermöge der vorherrschendenThätigkeit der pflanzlichen Systeme, so ist dasselbe Lebensalter die Zeit des ge.stigenWachsthums, des Lernens, bei welchem die vegetativen Vermögen des Geistes vor-waltend thätig sind. Verstand und Vernunft, als höhere Vermögen deS intelligen-ten Geistes, gelangen später, im Jünglings- und Manncsalter, zur völligen Entwi-ckelung, wie die thierischen Systeme des leiblichen Organismus, welche jenen Ver-mögen entsprechen, ebenfalls in den genannten Lebensaltern erst zur vollen Reife ge-langen. Dieser Parallelismus (Gleichlauf) kann aber hier nicht näher erörtert wer-den. Es offenbart sich daher in der Entstehung des Sprachgebrauchs in dieser Bezie-hung die bewußtlose (dunkle) Anerkennung der Einheit des Geistes mit der Natur,kraft welcher sich das Geistige mit dem Leiblichen wie von selbst parallelisirt, indemman häufig den jugendlichen Geist miteiner edeln Pflanze vergleicht, welche bei zweck-mäßiger Nahrung (Unterricht und Erziehung) wächst und gedeiht, später Blüth. ntreibt, und Eich Früchte trägt (inmenschlicherEeistesbildung u. Kunstfertigkeiten),