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erwähnten Processe des Einsaugens, Verdauens und Ernährcns das Übergewicht !über die Aussonderungs - oder Ausscheidungsprocesse (z. B. das Ausdünstcn, Aus- jathmcn, Abgang des Koths u. s. w.) haben. Alle diese Processe, auf welcben ,das Wachsthum beruht, werden, weil sie nur in den pflanzlichen Theilen oder Sy- !siemen des thierischen Organismus Vorgehen, und weil das ganze Leben der Pflanze ,in diesen Processen besteht, die vegetativen oder pflanzlichen genannt. (S. Thier.) ,Ihnen sind nun im thierischen Körper die eigenthümlichen Functionen des Thieres, jEmpfindung und Bewegung, entgegengesetzt, und da die pflanzlichen Organe <
(Derdauungs -, Ernährungs - und Athcmorgane) mit den thierischen Organen oder j
Systemen (dem Nerven- und Muskelsystem) in Wechselwirkung stehen; so werden i
die pflanzlichen Processe durch die thierischen nothwendig beschränkt. Je mehr also ,
die thierischen Systeme sich ausbilden, je vollkommener und herrschender sie werden iim tblerischcn Organismus, desto mehr wird das Wachsthum begrenzt. Die Zeit !
des Wachslhums der Thiere und Menschen ist daher das Jugendalter; es ist die !
Epoche des herrschenden pflanzlichen Lebens. Im männlichen Alter hat das be- imerkbare Wachsthum seine Grenze erreicht, welche nicht mehr überschritten wird; >
denn in dieser Epoche des Lebens wird die pflanzliche Thätigkeit durch die tbierische jinsoweit beschränkt, daß die Einsaugungs-, Vcrdauungs- und Assimilations- ,(Ernährung--) Processe nur noch den Ausschndungsvorgängen das Gleichgewicht <halten; im hohen Aller endlich gewinnt die ausscheidende Thätigkeit die Oberhand, Idas Wachsthum wird rückgängig, der Körper schrumpft zusammen, und zuletzt er- jfolgt der Tod, d. h. die Elemente siegen über die Kraft des Organismus, lösen ihn <
auf, und jedes nimmt die Bestandlheile, die ihm bei der Bildung deS Organismus i
entrissen wurden, wieder in sich zurück. Aus dieser Ansicht geht hervor, daß das !Wachsthum eigentlich Attribut (Eigenthümlichkeit) der Pflanzennatur ist, und daß ldas Thier (s. d.) nur wächst, insofern es die Pflanze in sich ausgenommen hat. !
Je allmäliger daher oder langsamer in einem Thiere sich die thierischen Systeme und j
Verrichtungen (welche das Wachsen beschränken) ausbilden, desto länger dauert das l
Wachsthum; der Grad der Geschwindigkeit aber, in welchem sich die eigentlich l
thierisch-organischcn Kräfte ausbilden, richtet sich im Ganzen be! den luftathmen- i
den Thieren nach der Vollkommenheit des ganzen Organismus, hinsichtlich seiner j
Idee oder Anlage, und nach der Größe, welche der Organismus, dieser Anlage >
gemäß, erreichen kann. Daher ist die Dauer des Wachsthums beim menschlichen i
Organismus, bei welchem das schönste Ebenmaß der organischen Kräfte und Ge- >
bilde stattsindet, im Verhältniß zu seiner normalen Größe, die längste. Bei den i
tvasierathmenden Thieren (Wasserthieren) hat die Dauer des Wachsthums über- i
Haupt keine so bestimmte Grenze, wie bei den luftathmenden Landthicren, weil die >
thierischen Organe bei jenen Thieren noch auf einer niedcrn Stufe stehen, mithinden pflanzlichen Trieb nicht genug beschränken können. Daher wachsen die Fische, i
welche im Ganzen ein bedeutendes Alter erreichen, fast während ihrer ganzen Le- >
bcnszeit. -— Schwerer sind die organischen Gesetze auszumitteln, nach welchen sich '
die räumliche Grenze de- Wachsthums, d. h. die bestimmte Größe bei den verschie-denen Thiergattungen richtet. Auch hier scheint indeß ein gewisses Verhältniß der 1vereinigten pflanzlichen und thierischen Naturen das am meisten Bestimmende zusein, und es ist merkwürdig in dieser Beziehung, daß die meisten riesenhaften ^Thiere unter den Wasserthieren Vorkommen, und daß die größten Landlhiere pflan-zenfressende sind. Ebenso merkwürdig ist es, daß unter den luftathmenden Thier- ^classen diejenigen fast durchgängig nur kleine Thiere enthalten, welche von der atmo-sphärischen Luft am abhängigsten und ganz für dieses Element organisirt sind, >nämlich die Insekten und Vögel (vergl. d.). Die Luft ist aber, in chemi-scher Hinsicht oder ihrer Substanz nach, der thieriscbcn Materie verwandt, in- 'dem beide durch Stickstoff charakterisirt sind (s. Gasarten undThiere), das l