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Wachen Wachler
Corps oder Heeres ausgestellt werden. Ihre Benennung ist nach der Absicht, diesie erfüllen sollen, verschieden, daher gibt es Schildwachen, Hauptwachen, Feld-wachen rc. Die Wichtigkeit eines Wachtpostens hat es nöthig gemacht, ihm dieBehauptung seines Ansehens (gegen Beleidigung, Gewaltthätigkeiten u. s. w.)bei jeder Gelegenheit auf das nachdrücklichste zu gestatten und ihn gewissermaßenfür unverletzlich, unantastbar zu erklären. Daher aber auch die schwerste Verant-wortung, wenn eine Wache ohne Ablösung ihren Posten verläßt, dabei schläft,sich betrinkt oder ihn sonst vernachlässigt. Sie muß eher das Leben lassen, eherverhungern, als der Gewalt oder List weichen, so lange sie nicht durch ihren Com»Mandanten — denn nur von diesem allein hat sie Befehle anzunehmen — abge-rufen wird. Die Kosten einer Schildwache sind beträchtlich. Da jeder einzelneSoldat dem Staate jährlich an Geld und Brot 66—67 Gldn-, an Kleidung undandern Bedürfnissen 24—25 Gldn. kostet, für jeden Posten aber täglich 3 Mannauf die Wache ziehen, folglich für einen Posten 12 Soldaten Jahr aus Jahr einim Dienste sind, so verursacht jeder einzelne Schildwachtposten dem Staate jährlicheine Ausgabe von mehr als 1100 Gldn. — Auf den deutschen Schiffen heißtWacht eine Zeit von 4 Stunden, binnen welcher ein Thcil des Schiffsvolks Wachehält und arbeitet, während die Andern ruhen. Tag und Nacht sind in 6 solcheWachen abgetheilt, die nach Verschiedenheit der Tageszeit auch verschiedene Na-men haben.
Wachen, s. Schlaf und Tag.
Wachler (Johann Friedrich Ludwig), Professor der Geschichte und Ober-bibliothekar an der Universität in Breslau, geb. den 15. April 1767 zu Gotha, wosein Vater Geh. Regierungsrath und Assessor des Steuerccllegiums war, empfingden ersten Unterricht von 2 trefflichen Hauslehrern, die auch sein Vater unterstützte.Seinen frühem Bücherhang konnte er im väterlichen Hause nicht befriedigen, dochgewährten ihm die „Asiatische Banise" und Kleist's Werke einen unvergeßlichenGenuß. Seit 1783 besuchte ec das Gymnasium in Gotha, und seine Wißbegierdeerhielt durch Kaltwasser's, Stroth'S und Manso's Unterricht eine wissenschaftlicheRichtung. Die Letztem wirkten durch ihren freundschaftlichen Umgang besondersaus seine Bildung, und die Herzog!. Bibliothek erreg!« seine Vorliebe für Literar-gcschichte so sehr, daß er schon Collectaneen zu sammeln anfing. Seit 1784 stu-dirte er in Jena Theologie und Philosophie unter Ulrich, Succow, Eichhorn, Gries-bach und Dödcrlein. Höchst nützlich war für seine weitere Ausbildung sein vertrau-ter Umgang mit dem zu früh verstorbenen Rache C. G.Lentz, sowie die Thnlnahmean 2 wissenschaftlichen Gesellschaften mitSchlichtegrcll, Lentz, Mnioch, Eschenburgund Lange, unter Leitung des Präsidenten Hufeland, nachherigen Präsidenten inDanzig, und Tennemann's (nachher in Marburg). Aus diesem so glückliche» Ver-hältnisse riß ihn eine jugendliche Übereilung und führte ihn nach Götkingen, wo erdie Vorlesungen Heyne's, Spittler's und Galterer's besuchte, an einem philosophi-schen Disputalorium bei Feder theilnahm, und neben den Selbstbcschäftigungenmit den Allen die gemeinschaftlichen Studien mit Schlichtegroll, Lentz und denGebrüdern Matthiä fortsetzte. Aber auch hier konnte er sich nicht ganz von demburschikosen Unwesen loSreißen, wodurch er in neue Unannehmlichkeiten und Schul-den gerieth. Glücklicherweise kam er durch Feder's Empfehlung als Hauslehrernach Rinteln (1788—89) zum Regierungsrath Heuser, der bald sein wohlwollenderFreund und Rathgeber wurde. Seine Lieblingsbeschäftigung blieb die alte Litera-tur. Nock 1788 ward er v. der Philosophie und außerordentl. Professor. Imfolgenden Jahre verheirathete er sich mit Juliane ASbrand, des Käsigen Prof, undresorm. Predigers Tochter, und im Jan. 1790 ging er als Rector nach Herford.Mancherlei Verdrießlichkeiten veranlaßten ihn, die dritte theolog. Professur in Rin-teln, durch Hasse,icamp's Fürsprache, 1794 anzunehmen. Nach Wippermann'S
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