Grenzen des europäischen Rußlands nicht zu überschreitenund sich nicht weiter gegen Westen zu wenden. Man findetiu den letzten Jahren nur Ansbrüche in ihrer ursprünglichenGeburtSstatte und von da aus nach Süden und Osten. InJava hatte sie 1822 so heftig gewüthet, daß man über 100,000-Opfer derselben zahlte. Nach Lessons Bericht erschien siezuerst im Jahre 1623 auf Amboina, nachdem sie vorher zuTernate, Celebes und Banda gewüthet. Niemand auf Am-boina erinnerte sich, daß die Krankheit jemals auf einer dermoluckischen Inseln geherrscht habe, noch wußte man vonirgend einer so mörderischen Seuche. Furchtbar zerstörendwar sie auf Timor, weniger heftig zu Amboina; auf der letz-teren Insel rechnete man im Anfänge der Seuche y Todteauf 24 Kranke, gegen das Ende betrug die Sterblichkeit einFünfzehntel, in den günstigsten Augenblicken nur ein Sieb-zehntel. In China hatte sie in den letzten Jahren nicht auf-gehört, mit ihren Verheerungen fortzufahrcn. Nach den Be-richten des russischen Grenzzolldirectors zu Kiachta vom 23.April 1827 drohte die Cholera zu Ende des Jahres 1826 inSibirien einzubrechcn, da sie bereits mehrere Städte der Mon-golei verwüstet hatte. Mitte December soll sie in der StadtKuku-choton dicßseitS der Mauer, ohngcfahr 100 Werste vonderselben und etwa 5 Längengrade westlich von Peking er-schienen sein; ein beträchtlicher Theil der Häuser wurde durchsie verödet. Zum Glück erhob sich gegen Ende Februars1827 ein heftiger Nordwind, wodurch die Kraft der Epidemiegebrochen wurde. Die Krankheit scheint sich den Weg dahindurch den Waarenverkehr gebahnt zn haben, indem diese Stadtein Hauptstappelort des Handels für China ist, welches vonhier seine Waarcn durch den Grenzposten Isacha in die west-liche Mongolei gelangen läßt. Kukn-choton liegt 4 Gradsüdöstlich und ungefähr noch 1000 Werste von Kiachta denVreitegradcn nach entfernt.
So war die Krankheit im Jahre 1823 und 1827 drohendbis an die caucasische und sibirische Grenze Rußlands vorge-schritten. Endlich erschien sie Anfang Septembers 1829 inder Stadt Orenburg, angeblich durch bucharischc Karavaucn