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Erlangung dieser Eigenschaft verlor die Syphilis ihren epi-demischen Character und man kann unter gehöriger Ein-schränkung allerdings sagen, daß sie, wenigstens für Europa,in der Znvolutionsperiode begriffen sei. Zn wiefern aber derAusspruch des Fracastoriuö, daß die Krankheit, wie sie ent-standen, auch wieder untergehen könne, wahr werde, und wieweit Vieser Zeitpunkt noch entfernt liege, kann nur die Zu-kunft lösen. Bei ihret Verbreitung schien und scheint sichjenes Gesetz zu bewahren, nemlich daß sie mit der Verbrei-tung unter neue Völker und eben so mit ihrem Vorwarts-dringen gegen Norden an Heftigkeit zunimmt. Auch beiuns sind während ihres fast 300 jährigen chronischen Verlau-fes mehrere Falle vorgckommen, daß sie, unter günstigenVerhältnissen, durch die Berührung vieler Menschen re. plötz-lich bösartiger und mehr begeistigt, ja fast epidemisch, abermit geringer Verbreitung, aufflammte. Beispiele hievon sind:schon 1577 die Inie« moimviou in Brünn, die Krankheit inCauada im vorigen Jahrhundert, die Sibbens in Schottland,
I welche vor etwa 60 Jahren fast pestartig dort wütheten und 'noch gegenwärtig einzeln in Nord- und Westschottland so-wohl durch Berührung, als auch in seltenen Fällen durch dieAtmosphäre fortgepflanzt werden. Hieher gehören ferner dieKrankheit (17Y0) bei Fiume im Littorale — der Scherlievo;
! die falcadische Krankheit, die von Struve beschriebene Marsch-! kraukheit (?) die Syphilis von 17Y5 auf Otahaiti, die Krank-heit von Sudan nach Brown und Horncmann, die Seuchevon Mozambique (?), — lauter solche aufgetauchte, acute,zum Theil wieder erloschene Formen; so haben wir die syphi-litischen Nebel auch neuerlich bei dem großen Volkerconfliet inden letzten Befreiungskriegen furchtbar heftig werden sehen.So wie im Norde,», so auch in höher gelegenen Gegendenscheint die Krankheit bösartiger zu sein, doch finden hier Aus-nahmen statt. Schlimm ist sie in Kamtschadka und Nordasien,zu Damask, auf dem Plateau von Syrien und Armenien,so wie in Fez und Marocco, auf der Atlasterasse und in derBerberci. Sehr gutartig ist sie dagegen in Persien, Numi-dicn, Libien, in Quito. Aehnlich der Lepra ist sie sehr ab-