276
bei. Man bemerkt, nach Moris, daß die Küsten von Sar-dinien, wo salziges oder süßes Wasser stagnirt, allein mitFiebern heimgesucht sind; die übrigen Gegenden, wohin dieMiasmen der Sumpfluft nicht reichen, sind gesund. DieFieber zeigen sich auch, und gehen nicht aus an jenen Orten, Iauch wenn im Sommer die stagnierenden Wasser verschwundensind. Wenn diese auch bald durch die Hitze beim cintretcn-den Sommer ausgetrocknet werden, d. h. wenn das Wasserüber den Sumpfen verdampft, so bleiben doch immer^feuchteStellen zurück, welche, so zu sagen, das Ccntrum der mias-matischen Exhalation sind; gerade ist es um Nom, wo dieFieber nicht geringer wüthcn, wenn auch Teiche und Sümpfeverschwunden sind. Zn den pontinischen Sümpfen sind oftalles Wasser, alle kleinen Lachen verschwunden, das Getraidevegetirt üppig und doch fehlen die bösartigen Ausströmungennicht. Die Feuchtigkeit, ein Nest der im Winter hier angc-sammclten Wafier, ist die Quelle derselben. — Allenthalben,wo der Boden abwechselnde Erhöhungen und Vertiefungen hat, -worin die Wasser eine zcitlang gesammelt ohne Abfluß stehen,besonders bei lehmigem Grund, können zur Sommerzeit Mi-asmen entstehen. Es ist auch von den Physikern anerkannt,daß die Verdampfung rascher auf der Oberfläche des feuchtenBodens, als auf der Wasseroberfläche vor sich geht. DieSonnenhitze scheint eine Gährung in der feuchten Erde her-vorzurufen, wobei die thierisch-vegetabilischen Theile, welchegerade in der fruchtbaren Erde am reichlichsten vorhandensind, so zersetzt werden, daß sich dabei bösartige Ausdünstungs-stoffe erzeugen. Auf frisch bcpflügtem Boden entstehen daherum so eher fieberbringende Miasmen und zwar um so leich- !ter, je länger die Erde nicht bepflügt wurde. Daher sindauch die Krankheiten auf neuen Colonien häufig flssch- !terlich, weil die frische, umgeworfene Erde so reich an AuS^ ^dünstungöstoffen ist. Nicht feuchte Atmosphäre öder rascherTemperaturwechsel vermögen diese endemischen Fieber hervor-zurufen, Zustande, welche sich unter allen Himmelsstrichenund zu allen Jahreszeiten finden. Feucht, und doch gesund,sind Schottland, die Orcaden und Canad», wie Lind bezeugt-