che der GastrieismuS so gerne- überspielt. Mit dem WechseldeS Krankheitscharacters wechselten auch die Systeme in derMedizin; die antigastrische Methode, von der Stollffchei,Schule vorzüglich verbreitet, mußte dem Browuianismns undder Erregungstheorie Platz machen und nach den Befreiungs-kriegen machte sich die blutcntziehcnde und antiphlogistische Kurgeltend, welche nun wieder in den Hintergrund tritt; wah-rend also bestimmt ärztliche Theorien Bortheile für gewiß?Zeiten hatten, erwiesen sie sich für andere schädlich.
Die Beschaffenheit deS KrankheitScharactcrS heißt manstationäre Constitution (llonstitutio stotlonari.i). Die statio-näre Constitution bildet ihren eigeuthümlichen Character ail-mahlig aus, wächst, dauert eine Anzahl Jahre, und nimmtwieder ab. Worin diese merkwürdige Erscheinung ihren Grundhabe, ist schwierig auszumitteln, häufig sucht man denselbenin äußeren, meteorologischen Verhältnissen; dieß muß aberso lauge als ungenügend bewiesen bleiben, bis wir im Staudesind, uns klar hierüber Rechenschaft zu geben, wozu wir erstweiter in der Meteorologie sein, und die klimatische Beschaf-fenheit der Erde kennen müssen; auch sind hiezu vieljährigeBeobachtungen über den Gang der Krankheiten und über diecorrespoudircnden, tellnrischen und meteorologischen Prozesse iuden verschiedensten Gegenden nothwendig. Ein trefflicher Arzt,Sydenham, sagt, daß nach seinen Beobachtungen weder Kaltenoch Wärme, Feuchtigkeit und überhaupt erkennbare Verän-derungen in der Atmosphäre die stationäre Constitution be-dingen, sondern daß dieselbe »von einer verborgenen und uu-erforschbarcn Veränderung in dem Innern der Erde selbst«abhängcn müße. Van Swieten konnte nach lojähriger auf-merksamer Beobachtung nichts darüber auSmitteln. — Schnur-ret- nimmt an, daß der Grund der stationären Constitution ehersubjectiv im Organismus, als objeetiv im umgebenden Me-dium zu suchen sei; gleichwie in den verschiedenen Altersstu-fen sich in stetiger Reihe ein Organ nach dem andern vor-zugsweise entwickelt, so auch in der Art, als Ganzes be-trachtet; so sotten die Individuen, welche zu der Art ge-hören, in cin immer wechselndes Vcrhältniß zur Außenwelt