Sprachen gesprochen, deren Zahl man nicht kennt. Zn Süd-america, in Africa, bei weitem am auffallendsten aber aufLen Südseeinseln, hat nicht nur jeder Volksstamm, son-dern oft jede kleine, von der nächsten oft kaum einigeStunden entfernte Horde ihre eigene Sprache. Wollte manfür jede Sprache einen eigenen Menschcnstamm annchmen,st könnte man eine außerordentliche Zahl znsammenbringen.
Prichard stellt in seinem Werke am Schluffe Ansichtenüber die Sprachverhältnisse der Völker auf, welche wir unfern, Lesern hier mittheilen wollen:
1) Es gibt gewiße Sprachen, welche keine Verwandtschaftin ihren Vokabularien anzcigen, wenige oder keine Wortegemein haben und doch in den Gesetzen des grammatischenBaues eine merkwürdige Analogie zeigen.
2) Ilmgekehrt gibt es Sprachen mit der größten Ueber-cinstimmung der Vokabularien und wenig oder keiner Aehn-
i lichkeit im grammatischen Bau. Dieß ist z. B. der Fall! zwischen den semitischen und indo-europäischen Sprachen.
° 3) Es gibt Sprachen, welche auf beide Weist verwandt
^ sind; dieses findet z. V. zwischen den einzelnen europäischen
- Sprachen untereinander statt.
4) Die letzte Abthcilung bilden solche Sprachen, welche
- auf keine von beiden Arten verwandt sind. Wenige solcheIdiome werden nur gefunden, welche vereinzelt dastehen.
h Um über die Bildung der Sprachen Ansichten auszuspre-cheu, sind unsere Kenntnisse noch zu unvollkommen; so fragtes sich überhaupt noch, ob die letztgenannte Abtheiluug wirk-lich Sprachen enthält, welche nirgends verwandt sind, da wirweder alle Sprachen kennen, noch die bereits bekannten gründ-lich genug untersucht haben. Wir vermögen das Räthstlnicht zu lösen, wie und warum eine Sprache von der andern! die Wortähnlichkeit verlor und die grammatische Stuctur be-,! hielt, oder umgekehrt.
Die Zahl und Verschiedenheit der Sprachen steht in ge-radem Verhältnis! mit der moralischen und physischen Degra-dation der Nace. Je früher, sagt Prichard, Civilisation stattfand, um so mehr ist die Aehnlichkeit erhalten. Als Beispiel