236
Verhältnis; mit dem Clima steht und der Einfluß deö Son-nenlichts auf Färbung der Bedeckungen des Körpers, trittuns überall deutlich und unlängbar entgegen, wenn er auchnicht zur Erklärung der Entstehung der verschieden gefärbte»Menschenraccn auSreicht.
ES ist eine einfache Erfahrung, welche man alljährlichmachen kann, nemlich daß im Sommer bei jedem Menschen,der sich der Sonne aussetzt, die unbedeckten Theile, Händeund Gesicht, dunkler gefärbt, gebrannt werden, im Winterdagegen wieder ein blässerer Teint eintritt. Am deutlichstenwird dieß bei der niedrigen, arbeitenden Klasse, welche unterfreiem Himmel, ungeschützt vor der' Mittagssonne, ihre Be-schäftigung hat. Dieß wiederholt sich in sehr vielen außer-europäischen Landern, wie wir häufig bei der Beschreibungder einzelnen Nationen anzuführen Gelegenheit hatten.
Im Allgemeinen bleibt eö richtig, daß die Menschen inheißen Climaten eine dunklere Hautfarbe besitzen, als in käl-teren. Schon in Europa nimmt im Durchschnitt die dunkleFärbung zu, wenn man sich dem Süden nähert; dunkler alsder Bewohner des nördlichen Deutschlands ist der Provenzale,und der Sarde und Portugiese hat gewöhnlich eine bräun-lich gelbe Färbung. Die Juden, welche doch alle von einemStamme herrühren und sich so unvermischt erhalten, sind beiuns weiß, gelb im südlichen Europa, und in Syrien undChaldäa sollen sie fast oiivcnfarb sein. Die Hottentotten imsüdlichen Africa sind nicht so dunkel, als die Afrikaner amAeguator; die Perser sind schön und weiß, während die In-dier oft ins Schwarze fallen. Die Nordamericaner gleiche»oft den Bewohnern des nördlichen Europas, während dieCalifornier so dunkel sind; an der Südspitze von Americatritt wieder eine hellere Farbe auf. So wie man daher alsallgemeine Regel annehmen kann, daß die meisten schwarzenMenschen in den Tropen, die meisten hellgefärbten in dengemäßigten Climaten leben, so werden auch hohe, kältereGebirgszüge und Gegenden von großer Erhebung über demMeere, im Durchschnitt von Völkern von hellerer Farbe be-wohnt, als niedrige oder sandige und morastige Seeküsten.