Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

98

4

gehörige Kenntnifi von der Anatomie der Thiere, und nahnicnin der Regel Mammuthknochen für Mcnschcngebeiue. VielAufsehen machten zu Anfang dieses Jahrhunderts die Men-schcnskelete, welche von Gnadelnpe nach London und Parisgebracht wurden- Genaue Untersuchungen haben aber uach-gewiesen, daß sie neueren Ursprungs sind, denn man findetdieselben in einer Gesteinmasse, welche sich noch fortwährendbildet und aus.einem Kalktuff besteht, der viele Achniichkcitmit den obenerwähnten Corallenriffcn der Südsee hat. Manfindet in derselben Masse auch andere Thicrrestc, welche nochjetzt lebenden Thieren angchörcn, so z. B. Zähne von Caimanö,Mcerconchilien und selbst Landmuscheln, welche noch jetzt auf derInsel Vorkommen; auch Kunstprodukte, Scherben von Töpfenund anderen caraibischen Gefäßen, Keulen, steinerne Aextc,aus Basalt gearbeitet, und Stücken von bearbeitetem Holz.Allcö dieß beweist, daß dieses Gebilde, wie der Sandstein vonMessina zu der Alluvialformation gehört, wozu wir sie auchgerechnet haben.

Später hat der bekannte Naturforscher Schlotheim in denLehmausfüllungen der Spalten in dem Gypse bei KöstrchMeuschenkuocheu mit urweltlicheu Thieren, mit Resten vonRhinozerossen, Ochsen, Pferden und Hirschen gefunden, denenauch Zähne und Knochen von Füchsen, Wieseln, Spitzmäusen,Maulwürfen, Hasen, Natten, Eichhörnchen, Eulen, Hans-Hühnern und Fröschen beigemengt'' waren. Alle lagen regel-los durcheinander und waren fest vom Lehm umschlossen unddarin eiugebackeu. Es ist sogar unläugbar, daß sich Mcn-schenknochen, selbst noch 8 Fuß unter der ig Fuß tiefenLagerstätte der Nashornknochen, in einem Gypsbruche. vor-fanden. Demohngcachtet erhebt der Entdecker selbst^ beträcht-liche Zweifel gegen den wirklichen vorsündfluthlichen Ursprungder Menschcngebeinc. Hier nehmlich findet man wirklicheurweltlichc Thiere, wie Neste vom Nashorn, mit neueren a»§unserer Zeit, nebst den Menschenkuochen, regellos, in ganzverschiedenen Tiefen in einer und derselben AusfüllnngSmaffe.Dieses, so wie alle geoguostischeu Verhältnisse, die Lage desTkales u. s. w. machen es wahrscheinlich, daß in dem kessel-