294
wild? Wie die Menschen, so die Bücher, die von ihnen ge-schrieben werden. Anstatt mich also über die überhand nehmendeSchriftstellerei zu beklagen, bete ich vielmehr die hohe Ordnungder Natnr an, die es überall will, daß von Allem, was gebo-re» wird, ein großer Theil zu — Dünger wird und zu Maku-latur, welches eine Art von Dünger ist; die Gärtner, ich meinedie Buchhändler, mögen auch sagen, was sie wollen.
Ich habe lange nicht begreifen können, woher es kommt,daß es einem so entsetzlich schwer fällt, in den Büchern mancherberühmten Polygraphen zu lesen; aber endlich merkte ich mir dieSache ab: es rührt daher, daß diese Menschen sonst in Vergleichmit wahrhaft großen Männern so unbedeutend sind, daß es einengar nicht reizen kann, zu wissen, was sie wissen.
Man liest jetzt so viele Abhandlungen über das Genie, daßjeder glaubt, er sei eines. Der Mensch ist verloren, der sichfrüh für ein Genie hält.
Eine alle Denkkräste schmelzende Beschäftigung ist bei denmeisten Menschen das Compiliren und Ercerptensammeln. Manbemerkt auch täglich, daß Männer, die in ihrer Jugend viel Er-weiterung in den Wissenschaften hoffen ließen, in reifern Jahren,bloß um häufig im Mcßkatalog zu glänzen, oder auch sich zubereichern, Kompilatoren geworden sind, zumal da sie bemerk-te», daß man in Deutschland bei litcrärischem Ruhm gemeinig-