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nigcn hat, die ma» kurz vor einem Gewitter verspürt. Legtman das Buch weg, so fühlt man sich zn nichts aufgelegt; fängtman an zu schreiben, so schreibt man eben so; selbst gute Schrif-ten scheinen diese lane Geschmacklosigkeit anzunehmen, wenn mansie zu lesen anfängt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daßgegen diesen traurigen Zustand nichts geschwinder hilft, als eineTasse Kaffee mit einer Pfeife Barinas.
Winkelmann, Hagedorn und Lessing haben unsern deutschenKritikern einen neuen Geist mitgetheilt. Ehemals sagte manvon einem schlechten Kupferstich: Der Kupferstich ist schlecht; jetzthaben die Beurtheilungen mehr Feuer. Von einer Cveurdamez. B. würden sie so urtheilen: Das Gesicht hat zu viel LocaleS,die Augen haben von den Augen der Juno, die der Kartenmacher zuerreichen gesucht hat, nichts als die Größe; nichts von dem stillenFeuer, das den Paris wanken machte, nichts von dem Himmelin ihnen, der sich mit ihnen auf- und mit ihnen zuschließt. Soidealisch auch der Mund scheint, so französisch sind die Locken;sie spielen nicht neidisch um die volle Wange, sondern mit rei-cher Pomade in eine gewisse Stellung gesteift, scheinen sie wenigbekümmert zu sein, ob sie zu wenig oder zu viel verbergen. Inihrem Wuchs ist nichts Griechisches; dem Sercr könnte sie gefallen.Man vermisset mit Unwillen die schlanke Biegung des Körpers,die uns dadurch, daß sie das Gesicht wegzieht, den warmen ela-stischen Busen anzubieten scheint. Die Hände sind wie von derenglischen Krankheit verdreht und scheinen angesetzt. Das Co-