Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

238

Trunkenbolde in den Klonen der Schwindsucht im Kreise ver-hungernder Kinder langsam dahin sterben! Ihr Thoren, möchteich sagen, so lernt uns doch verstehen! O ich glaube auch, ihrversteht uns nur allzu wohl, ihr deraisonnirt nur deßwegen so,weil ihr fürchtet, die Welt möchte uns verstehen. Die Gleich-heit, die wir verlangen, ist der erträglichste Grad von Ungleich-heit. So vielerlei Arten von Gleichheit es gibt, worunter esfürchterliche gibt, eben so gibt es verschiedene Grade der Un-gleichheit, und darunter welche, die eben so fürchterlich sind.Von beiden Seiten ist Verderben. Ich bin daher überzeugt, daß

die Vernünftigen beider Parteien nicht so weit von einander lie- igen, als man glaubt; und daß die Gleichheit der einen Partei, «

und die Ungleichheit der andern wohl gar am Ende dicselbigen ^ 11!Dinge mit verschiedenen Namen sein könnten. Allein was hilft «

da alles Philosophiren? Dieses Mittel muß erkämpft werden,und wird die Übermacht von einer Partei zu groß, zumal wennder Muthwille der andern unbändig war, so kann es auch sehr ii

viel schlimmer werden. Es ist aber nur zu befürchten, daß jenemittlere Gleichheit oder Ungleichheit (wie man will) von beiden jv

Parteien gleich stark verabscheut wird. Sie muß also wohl mit ü

Gewalt eingeführt werden; und da ist es denn dem Einführen- n

den nicht zu verdenken, wenn er sich einen etwas starken Aus- !«

schlag gibt. Hierin liegt überhaupt ein allgemeiner Grund von , st

der Seltenheit guter Mittelzustände. K

- .

Wenn der goldene Mittelzustand durch den Streit der Ver- ! j,