Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
231
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Ich möchte wohl wissen, ob Alle, die wider die Gleichheitder Stände schreiben und dieselbe lächerlich finden, recht wissen,was sie sagen. Eine völlige Gleichheit aller Menschen, so wieetwa aller Maikäser, läßt sich gar nicht denken; so können esalso auch die Franzosen nicht verstanden haben, denn sie redenja überall von den Reichen. Unter den Studenten auf Uni-versitäten findet eine ähnliche Gleichheit, wie die französische.Statt: der ärmste Siudcnt dünkt sich so viel wie der Graf,und gibt diesem nichts vor, und das ist recht; ob er gleichgerne zugibt, daß er im Cvllegio an einem besondern Tischesitzt, und bessere Kleider trägt. Nur muß dieser, als Graf,keine Borzüge prätendiern; die ihm bewilligten läßt ihmJedermann gerne. Wollte er welche prätendiern, so wäre dasder Weg, zu bewirken, daß man ihm alle versagte. Nur diestolzen Prätensionen sind es, was der freie Mensch nicht vertra-gen kann; übrigens ist er gar sehr geneigt, wenn man ihngehen läßt, Jedem die Vorzüge zu bewilligen, die er verdient;und welches diese sind, das zu bestimmen, hat er gewöhnlich einsehr richtiges Maaß. Jede Achtung ist ei» Geschenk, das nichterzwungen werden darf und kann. Bewilligt das Volk durchDecrete gewisse Vorzüge, so ist dieses eine Abgabe, und keinGeschenk des Einzelnen, und diese können prätendirt werden.Bon der Art sind die Vorrechte der Magistratspersonen im Dienst.Jedermann denke doch an die Bürger seiner Vaterstadt. Wennder reichste Kaufmann einen Vorzug vor dem ärmsten Schusteroder Schneider prätendirte, so möchte er übel ankommen.Du