gehen, allerdings, aber es muß sich gleichsam von selbst geben,man muß glauben, immer dasselbe zu thun, und zur Verwun-derung anderer Leute sehr viel mehr thun. Es ist ein Unglück,wenn ein Mann von Fähigkeiten durch Empfehlungen von Män-nern, deren Begriffe von ihm etwas zu groß sind, in ein Amtkommt, wo man etwas Außerordentliches von ihm erwartet, daser noch nicht leisten kann. Es ist immer besser, daß ein Amtgeringer ist, als die Fähigkeiten. Wer oft dasselbe thut, kommtdarin weiter, aber nicht der, der sich vornimmt, Dinge zu thun,die von seinen gegenwärtigen Verrichtungen verschieden sind.Dieses könnte mit der Einleitung gesagt werden, daß manaus Erfahrungen reden müsse, wenn man lehren wolle. Seineignes Leben auf diese Art beschrieben fruchtet mehr für Andere,als hundert Kaiserhistorien. — Wenn man sagt, man müsseGeschichtbücher lesen, um die Menschen kennen zu lernen, somuß man nicht glauben, man verstehe jene feinen, ins Ver-schlagene fallenden Künste darunter; die lernt man wohl alleinin der Gesellschaft, und gewiß sichrer und schneller.
Ich habe bemerkt, daß zwar jetzt eine gewisse Frcigeisterciunter jungen Leuten entreißt, die mit der Zeit üble Folgen ha-ben kann; aber so viel ist gewiß, es hat sich doch ein gewissesWohlwollen unter eben diesen Leuten ausgebreitet. Man findetviel Mitleiden, Bescheidenheit u. s. w. unter ihnen
') Im Jahr 1774 geschrieben.
I.
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