Die Vorstellung, die wir uns von einer Seele machen, hatviel Ähnliches mit der von einem Magneten in der Erde. Esist bloß Bild. Es ist ein dem Menschen angebornes Erfindungs-mittel, sich Alles unter dieser Form zu denken.
Wir wissen mit weit mehr Deutlichkeit, daß unser Wille freiist, als daß Alles, was geschieht, eine Ursache haben müsse. Könnteman also nicht einmal das Argument umkehren und sagen: UnsereBegriffe von Ursache und Wirkung müssen sehr unrichtig sein, weilunser Wille nicht frei sein konnte, wenn sie richtig wären?
Das Wesen, das wir am reinsten aus den Handen derNatur empfangen, und was uns zugleich am nächsten gelegtwird, sind wir selbst; nnd doch wie schwer ist da Alles undwie verwickelt! Es scheint fast, wir sollen bloß wirken, ohneuns selbst zum Gegenstände der Beobachtung zu machen. Sobaldwir uns zum Gegenstände der Beobachtung machen, ist es fast ei-nerlei, ob wir aus dem Haynberg den Ursprung der Welt, oder ausunsern Verrichtungen die Natur unserer Seele wollen kennen lernen.
Selbst unsere häufigen Irrthümer haben den Nutzen, daßsie uns am Ende gewöhnen zu glauben, Alles könne anderssein, als wir es uns vorstellen. Auch diese Erfahrung kann ge-neralisirt werden, so wie das Ursachensuchen; und so mußman endlich zu der Philosophie gelangen, die selbst die Noth-wendigkeit von dem Satze des Widerspruchs leugnet.