ein denkendes Thier werden. So nähert sich Vernunft derThierheit.
Seitdem man Wissenschaft zu nenne» beliebt, Andererthörichte Meinungen zu kennen, die man vielleicht aus einer ein-zigen Formel nach den Regeln einer ganz mechanischen Ersiir-dungskunst herleiten könnte, und sich überall durch Mode, Ge-wohnheit, Ansehen und Interesse leiten läßt, seitdem ist demMenschen die Lebenszeit zu kurz geworden.
Man empfiehlt Selbstdcnken, oft nur um die IrrthümerAnderer beim Studiren von Wahrheit zu unterscheiden. Es istein Nutzen, aber ist das Alles? Wie viel unnöthigcs Lesen wirddadurch uns erspart! Ist denn Lesen und Studiren einerlei?Es hat jemand mit großem Grund der Wahrheit behauptet, daßdie Buchdruckerei Gelehrsamkeit zwar mehr ausgebreitet, aber imGehalt vermindert hätte. Das viele Lesen ist dein Denken schäd-lich. Die größten Denker, die mir vorgekommen sind, warengerade unter allen Gelehrten, die, welche am wenigsten gelesenhatten.
Wenn man die Menschen lehrt, wie sie denken sollen, undnicht ewig hin, was sie denken sollen, so wird auch dem Miß-verständniß vorgebeugt. Es ist eine Art von Einweihung i»die Mysterien der Menschheit. Wer im eigenen Denken auf einensonderbaren Satz stößt, kommt auch wohl wieder davon ab, wenner falsch ist. Ein sonderbarer Satz hingegen, der von einem