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Cäsar, Lucrcz lebten und schrieben, und Spinoza den größtenGedanken dachte, der noch in eines Menschen Kopf gekommen ist.
Seit einigen Tagen (22. April 1791) lebe ich unter derHypothese (denn ich lebe beständig unter einer), daß das Trin-ken bei Tisch schädlich sei, und befinde mich vortrefflichdabei. Hieran ist gewiß etwas Wahres, denn ich habe noch vonkeiner Änderung in meiner Lebensart und von keiner Arznei so^ schnell und handgreiflich die gute Wirkung empfunden, als hiervon.
' Es gibt für mich keine gehässigere Art Menschen, als die,
welche glauben, daß sie bei jeder Gelegenheit ex ollicio witzigsein müßten.
^ Man ist nie glücklicher, als wenn uns ein starkes Gefühl
bestimmt, nur in dieser Welt zu leben. Mein Unglück ist,nie in dieser, sondern in einer Menge von möglichen Ketten^ und Verbindungen zu eristiren, die sich meine Phantasie, unter-
^ stützt von meinem Gewissen, schafft. So geht ein Theil mei-
^ ncr Zeit hin, und keine Vernunft ist im Stande, darüber zu sie-
gen. Dieses verdiente sehr auseinander gesetzt zu werden. Lebedein erstes Leben recht, damit du dein zweites ge-nießen kannst. Es ist im Leben, wie mit der Praxis desArztes, die ersten Schritte entscheiden. Das ist doch unrechtirgendwo, in der Anlage oder im Urtheil.
Als ich am 18. Dec. 1789 in meiner Nervenkrankheit die^ Ohren mit den Fingern zuhielt, befand ich mich sehr viel besser;
nicht allein, weil nun mein Nervensystem weniger Stoße bekam,sondern auch, weil ich nun das kränkliche Sausen in den Ohren