Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
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aufs Zettelchen! Solche Ausdrücke, Ausbrüche der empfind-lichsten Seelen, sind gleichsam Bertrauensgeheimnisse zwischenGott und der Seele.

In meinem zehnten Jahre verliebte ich mich in einen Kna-ben, Namens S . . ., eines Schneiders Sohn, der in derStadtschule Primus war; ich hörte gern von ihm erzählen, undforschte bei allen Knaben nach Unterredungen, die sie mit ihmgehabt hätten; ohne ihn selbst je gesprochen zu haben, war esmir ein großes Vergnügen, zu hören, daß er von mir gesprochenhatte. Nach der Schule kletterte ich auf eine Mauer, um ihnaus der Schule gehen zu sehen. Wenn ich mich jetzt seiner Phy-siognomie, die mir noch sehr deutlich vorschwebt, erinnere, sowar er nichts weniger als schön eine Stumpfnase mit rothenBacken; war aber Primus in der Schule. Es sollte mir leidthun, wenn ich durch dieses freie Bekenntniß das Mißtrauen ge-gen die Welt vermehren sollte; aber ich war ein Mensch, unddas Glück der Welt, wenn sie es jemals erreicht, muß nichtdurch Verhehlung gesucht werden, auf keine Weise. DauerndesGlück ist nur in Aufrichtigkeit zu finden.

Ich habe wenige Menschen in der Welt gekannt, derenSchwachheiten ich nicht nach einem Umgang von drei Wochen(Stunden des Umgangs bloß gerechnet, welches wohl ein Vier-teljahr im Kalender betragen konnte) ausgefunden hätte, und ichbin überzeugt worden, daß alle Verstellung nichts hilft gegen ei-nen Umgang von drei Wochen; denn jede Bcfestigungskunst hateine eigene Belagerungskunst für den, der sehen kann.