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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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36. Die zweite Cammer.

eine Wahl durch die Prediger selbst, sowie durch die katholischenGeistlichen (wobei freilich ein bedeutender Unterschied obwaltet)möchte eine wirkliche Vertretung des Kirchlichen begründen.

In der Landcsuniversität ist das wissenschaftliche Interessevertreten, früher war es der Clerus, der solches auf den Land-tagen schützte. Es ist aber in der That heutiges Tags dasselbekeineswcges mehr Eigenthum eines gelehrten Standes, es istdurch alle Gassen verbreitet und in diesen mächtiger und wirk-samer als in den eigentlich wissenschaftlichen Anstalten. DieVertretung desselben hangt nicht sowohl von gewissen Wahl-corporationen ab, als von derjenigen Qualisication, die vonden zu Wählenden gefordert wird. Sind hier die Gränzen nichtzu enge gezogen: so wird es niemals an Männern von wissen-schaftlicher Bildung fehlen, und cs ist mehr Sache der Ehreals des wirklichen Nutzens, wenn eine Wahlcorporation da ist,welche ihrer ganzen Bestimmung nach die Wissenschaft vertritt.Soll aber eine solche vorhanden seyn: so darf auf keinen Falldieselbe lediglich in dem academischen Senate der Universitätbestehen. Es muß dieselbe ausgedehnter seyn und mindestensalle Lehrer der Universität umfassen; nur dann ist von ihr einlebendiges Interesse zu erwarten.

Auf diese Weise durch Geistlichkeit und Wissenschaft magdenn jenes Mittelglied gebildet werden. Wie sich die Zahlen-verhältnisse im übrigen stellen sollen: ob der Adel zur zweitenCammer wählen soll, welche Flecken und bisher nicht vertre-tene Städte noch mit Wahlrechten zu versehen, wie viele Ver-treter dcm Bauerstande zu geben seyn möchten, wenn der Adelmiteintritt, wieviele, wenn dies nicht der Fall ist, das allesmuß hier unerwogen bleiben. Alle gute Zusammensetzung wirddavon abhängen, daß man nicht das verschiedenartige vermengt,und nicht die geistige Kraft der bloß materiellen zu sehr unter-ordnet. Sorge man dann, daß wahrhaft politische Bildungnicht fehle (ohne welche Einrichtungen dieser Art stets bedeu-tungslos bleiben), und die Frucht wird nicht mangeln.

Die Trennung der Versammlung in zwei Cammern ist beidiesen Betrachtungen vorausgesetzt, weil eine Einrichtung dieser