Druckschrift 
Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

!. Deutschlands Stellung.

1. Uebcrhaupt.

Seit jenen großen Ereignissen, welche im XVI. Jahrhun-dert Europa bewegten und in Deutschland die alte Verfassung,die sich äußerlich zu gestalten suchte, völlig untergruben, ist die-ses Land oft und schwer erniedrigt, seine Unabhängigkeit vonFremden verachtet, seine Angelegenheiten durch Fremde geord-net. Denn seit jener Zeit herrschte in Deutschland erbitterterStreit der Fürsten unter sich und gegen die kaiserliche Macht,und der Kampf um geistige Freiheit, den ein Theil des Volkssiegreich bestanden, in dem ein andrer unterlegen war, nährtedie Zwietracht; Mißtrauen wandte die Blicke der Fürsten nachaußen, die des Volks vom Kaiser ab, auf dem seine Rechteberuhen sollten, bewog den Kaiser die Völker zu unterdrücken,deren Freiheit ihn gehoben hätte, deren freien Sinn er aberfürchtete, weil er vorgczogcn hätte, sich zum Diener einer Par-thci zu erniedrigen. Also war kein äußerer Feind, der nicht imInnern Bundesgenossen gefunden hätte. In jeder Zeit der Ge-fahr erneuerte sich jener innere Zwiespalt, suchte ein Theil oderder andere seine Ansprüche zu befestigen. Wohl klagten wahr-haft deutsch und frei gesinnte Männer über eine Selbstsucht,welche um der eignen klcinlichcrschcinendcn Vorthcile willen dasHeil des Ganzen aufopferc *). Aber vergebens. Denn wo

') I'oi-swei'i'LpiswIa ilo mmlerno sUUn

gusUmi UncLni Nrullsvicvusem. Lul. 160 ?-

1 *

Ȋ I)n. Lu-