Druckschrift 
Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
 

136

IV. Neueste Ereignisse.

der zweiten nicht hätte angenommen werden sollen, blieb frucht-los. Die Addresse an den König, daß er seine deutschen Landemit seiner Gegenwart beglücken wolle, wurde von der erstenCammer verweigert, weil in der Thronrede gesagt sey, daß dieUeberkunft im Januar unmöglich gewesen und deshalb solcheauch im Juli nicht möglich sey. Noch andre Anträge von min-derem Gehalte waren eben so wenig beendigt. So standen dieSachen als die zweite Cammer beschloß auf Vertagung anzu-tragen und die bisher unerledigten Anträge im Herbst vorzugs-weise in Berathung zu nehmen.

V. Gegenwärtige Lage und Bedürfnisse.

32. Allgemeines.

So schloß die Ständeversammlung. Es war vieles er-reicht, viele Schwierigkeit überwunden, zweimal eine höchst be-denkliche Spannung zwischen den Cammern und der Regierungglücklich beseitigt, jetzt in dieser dritten Periode der Spannungbeider Cammern gegen einander blieb das Resultat unbefriedi-gend. Mit der Ueberzeugung, daß noch ein bedeutender Wi-derstand zu überwinden sey, wenn das Nothwendige erreichtwerden sollte, daß der Herbst zumal schweren Kampf bringenwerde, daß die Versammlung in sich selbst die Kräfte findenmüsse, um den gerechten Ansprüchen des Landes ein Genügezu leisten, ist der größere Theil der Abgeordneten in die Hei-mat zurückgckehrt. Oeffcntlichkeit, die von allen Seiten so lautgefordert, so leicht zugestandcn war, die man schon in Vorausgewährt glaubte, ist nicht erreicht; Preßfreiheit, der niemandeigentlich sich widersetzen mochte, ist zurückgehaltcn. So istdem Lande das Mittel abgeschnitten durch recht lebendige Kundeder Verhandlungen sich selbst zu bilden und seine Meinungenund Ansprüche zu berichtigen. Den Ständen ist das Mittel ge-