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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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134 IV. Neueste Ereignisse.

keine Sicherheit gewahrt, sobald die Gesinnungen sich andern,und weil endlich es nothwcndig war zu zeigen, daß man nichtWillens scy sich mit Halbheiten absurden zu lassen. Jetzt solltedieser wvhlgcgründete feste Wille nicht Gründen, sondern dembloßen Widerwillen, der freilich nur den Schein der Prüfungannchmen wollte, weichen. Die zweite Cammer that den ein-zigen Schritt, der ihr noch übrig blieb. Sie trug auf eineConfcrcnz unter Zuziehung landesherrlicher Cvmmissaricn an;gegen den bisherigen Gebrauch, der dies Mittel nur bei lan-desherrlichen Prvpositioncn statt finden ließ.

Die Spannung der Cammern gegen einander war auf denhöchsten Punct gestiegen. Die Regierung hatte hier durchgrci-fcn können. Sic konnte sich das große Verdienst erwerben,selbst die Censur zu verbannen; es lag ihr dies um desto naher,da die 1813 und 1819 erneuerte Censurordnung vom Jahre 1705der Art ist, daß sie nicht einmal Ausführung gestattet, da die-selbe jeder freien Acußcruug über politische Dinge insbesondreein schwer zu übersteigendes Hindcrniß cntgegcnstellt, weil siefür diese das Ministerium selbst zur Censurbchörde macht. Daßdies von der Regierung nicht erkannt zu werden schien, obwohles offen geäußert wurde, brachte auch gegen diese erneuertesMißtrauen. Der Antrag auf Bewilligung einer Anleihe von600,000 Lhlr. zu Bestreitung der Kriegskvstcn für das zur Exe-cutionsarmee gegen Luxemburg zu stellende halbe Bundcscon-tingent erregte um desto heftigeren Widerspruch, je mehr dieFehlerhaftigkeit der Militair-Einrichtungen, die Kraftlosigkeitder Bundesverfassung und die demüthigcnde Stellung Deutsch-lands, den Mächten und Belgien gegenüber, zur Sprache kom-men mußten. Nach zweitägigen Berathungen siel der ganzeAntrag, weil die Regierung in die Modifikationen nicht willigenwollte, und erst nachdem sie diese zugcstandcn, wurde in zwei-ter Abstimmung eine beschränkte Bewilligung ausgesprochen.

Aber jene Handel mit der ersten Cammer wurden nur ver-mehrt durch diese Beschlüsse, weil der scharfe Tadel der Caval-leriecinrichtungcn dort verletzte, und die Regierung hatte anVertrauen wenig gewonnen. Ein Schreiben, in welchem die