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31. Letzter Zwiespalt der Cammern.
thung über das Grundgesetz hinausgeschobcn, die bessere Wahl-ordnung in den Städten ebenfalls, über die Bewilligung derDiäten war man gleichfalls noch nicht einig. Die Aufhebungder Stifter aber wurde geradezu als ein tadelnswerther Ein-griff in die Verfassung zurückgcwiescn. Durch diesen Gang derBeschlüsse wurden große Besorgnisse erregt. Die zweite Cam-mer hielt den Zehnt - und Scheffelschatz für wichtig; sic konnteund wollte die Regierung nicht von einer Verpflichtung befreien,welche dieselbe in der Thronrede, vor dem.ganzen Lande gegenden pflichtigen Bauerstand übernommen. Sie hielt aber denBetrag für ungenügend, den ganzen Plan temporärer Abzügean den Gefällen in so geringer Quantität für fehlerhaft. Wah-rend man über diesen Gegenstand noch berieth, mußte nach drei-tägigen fruchtlosen Berathungcn die Conferenz über die Preß- -freiheit abgebrochen werden, weil zu gar keinem Resultate zugelangen war, da statt aller Gründe die Deputaten der erstenCammer sich darauf beriefen, daß die Cammer den Gegenstandselbst gar nicht in Erwägung gezogen, sondern sich nur mit derFrage beschäftigt habe, ob cs rathsam sey denselben jetzt in Er-wägung zu ziehen. Die zweite Cammer verlangte eine zweiteConferenz von mehreren Mitgliedern und wurde zurückgcwie-sen. Dieses Benehmen, welches den Rücksichten, .die eine Cam-mer der andern bisher nicht versagt hatte, zu widersprechenschien, wurde in der zweiten Cammer sehr übel ausgenommen.Ueberzcugt, daß nur bei freier Presse gegenwärtig dem Miß-brauche gesteuert und der achtungswerthere Thcil der Männerbewogen werden könne, zur Aufklärung der Verhältnisse mitzu-wirkcn und eine Entwickelung zu unterstützen, welche wahrlich,um heilsam zu scyn, die Anstrengung aller im Volke vorhande-nen Kräfte fordert, war dieselbe fest entschlossen dem Lande die-ses nothwendigste Besitzthum nicht vorcnthaltcn zu lassen. Nurdann konnte sie ruhig auseinandergehn, in der Ucberzcugung,daß auch außer ihr noch Kraft zu Förderung des zögerndenGanges vorhanden sey. Durch die sögcuannte liberale Censurkonnte und durfte sie sich nicht tauschen lassen, weil dieser Deck-mantel der Willkühr niemals würdige Stimmen weckt, weil er