tZ2 IV'- Neueste Ereignisse,
ger die politische Bildung der untern Classcn ist, um desto mehrGefahr für die Erhaltung der Ordnung geschaffen. Aber nurwenn ein andres Mittel, um dem Gefürchteten entgegen zu ar-beiten, gefunden oder die Furcht selbst beseitigt war, konnteman diesen Betrachtungen nachgcben.
Deshalb wurde gegen den Widerspruch der durch jene Ncr-laumdungen wankend gemachten Rcgierungsparthci der Antragauf die Addrcsse angenommen; über die Bewilligung des Budgetdagegen entwickelte sich eine Discussion, in der von der Seiteder Regierung offner als bis dahin Grundsätze dargclegt wur-den, wie sie von den Freunden des Landes gehofft werden moch-ten. Ein Schreiben mit der Anzeige, daß die Anträge selbstdem Könige vorgelegt worden, gab die Bestätigung dieser Grund-sätze. Das Budget wurde nunmehr ohne großen Streit bewilligt,und ein zweiter sehr bedenklicher Zeitpunkt des Landtags warglücklich vorüber.
31. Letzter Zwiespalt der Cammern.
Die commiffarischcn Arbeiten über das Ablvsungsgesetz wa-ren indessen vollendet. Die Berathungcn in den Cammern unddie Beschlüsse, die man hier in einem entgegengesetzten Sinnefaßte, einige übertriebene Ansprüche in der zweiten Cammer,einige Anträge in der ersten, die bei der dritten Abstimmungvorgebracht nichts geringeres zum Zweck hatten, als jetzt nochdieses ganze Gesetz, über dessen Nothwendigkeit nur EineStimme war, zu unterdrücken, singen an Spannung zu erzeu-gen. Das Gesetz über die Beitrage der Rcntbercchtigtcn zurGrundsteuer (gewöhnlich Zehnt- und Scheffclschatz genannt)war in der ersten Cammer verworfen, in der dritten Abstim-mung hatte jener edlere Theil des Adels, dessen oben gedachtist, bereits versucht, wenigstens die Aufhebung der Exemtionvon der Cavallerievccpflegungslast bei dieser Gelegenheit durch-zusetzen. Auch dies war mißglückt. Seitdem war die Mino-rität dieser bessern Ansicht entschieden. Die Preßfreiheit wurdenun (weil man sie nicht geradezu ablehnen mochte) zur Bera-