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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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30. Zeit der Spannung. 131

die Person des Königs. Nur auf diesen konnten die Mißver-hältnisse nicht einwirkcn, die seine Diener schrecken mochten; nurvon ihm konnte am Ende die Entscheidung ausgehen. Konnteman aber zu den Dienern kein Vertrauen fassen, so lag doppeltdaran, daß der König selbst sehe. Der Grund alles Ucbels istdie Entfernung des Fürsten, was war natürlicher, als daß manden Fürsten den Seinigcn, dem Lande in dieser Zeit der Ent-scheidung naher zu sehen wünschte? In diesem Sinne wurde injenen Tagen des Mißtrauens unter zahlreichster Unterstützungdarauf angetragcn , eine Addrcsse an den König zu senden, mitder ehrfurchtsvollen Bitte, daß er das Land mit seiner Gegen-wart beglücken möge. Auch dieser Antrag wurde sofort ein Raubder Verläumdung; entstellt zu einer persönlichen Beleidigunggegen den Viceköm'g, dessen reinem Willen niemand mißtraute,der aber, als Diener seines königlichen Bruders und nach derStellung der Minister noch immerfort an diese mehr, als manwünschte, gebunden, nicht vermochte das Gewebe der Partheienund Cabalen, die ihren Stützpunct an einem ganz andern Orte .zu finden schienen, zu zerschneiden. Nur der König konnte ent-scheiden. Nur er konnte rasch beendigen; an schnellem Verfah-ren aber schien alles zu liegen, sowohl der Sieg über die Par-theien, als der Sieg über die unklare, mit jeder Zögerung schäd-licher wirkende Stimmung des Landes.

Der Antrag war ferner ein Mittel eine andre Angelegen-heit von der größten Wichtigkeit cinzuleiten. Die Negierungverlangte Bewilligung des Budget, und die Stände durften sichnicht verhehlen, daß mit dieser Bewilligung gegen etwa zu fürch-tenden bösen Willen die letzte Waffe aus derHanv gegeben war.Dazu fehlte cs an Zeit zu gründlicher Prüfung, die Anträgeselbst stürzten das ganze Budget um. Man erhob sehr ernstlicheZweifel: ob man die Bewilligung für das ganze Rechnungsjahraussprcchcn dürfe? Auf der andern Seite würde ein unvorsichtigesVerfahren in dieser Beziehung mehr als irgend etwas den Wider-sachern in die Hände gearbeitet haben; der Negierung, die sichdoch nicht feindselig erklärt hatte, wäre der Kampf leichtsinnigangeboten, die Ordnung des Landes wäre getrübt und je gcrin-

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