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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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20. Finanzen. Domanialwesen.

ganzen Domanialwesens, bei dem Verdrängen der Stände ausder unumgänglich nothwcndigen Mitaufsicht, die Regierung aufgar keine Unterstützung rechnen durfte, bis etwa die Uebel sotief eingerissen waren, daß ihnen keine Abhülfe geleistet werdenkonnte. Bei dem vortrefflichen Haushalte, der seit langer Zeitbestanden hat, ist freilich dieser Streit wohl nicht zum Ausbruchgekommen; allein cs scheint doch, daß man die Möglichkeit nieaußer Augen gelassen hat. Und war dies der Fall, so blieb inder That der Negierung kaum ein andres Mittel übrig, als inden bestehenden Ausgaben nicht übermäßig zu sparen, damit csleicht scp, dem Lande möglichst vieles als unvermeidliche Ver-wendung zu retten. Die Grundlage zu einer solchcnPolitik wargelegt als die alten Stände im Anfänge des vorigen Jahrhun-derts sich das Versprechen crthcilcn ließen, daß der Hofstaat inHannover fortwährend erhalten werden solle. Hierdurch wur-den dem Lande jährlich 215,000 Rthlr. erhalten, die genau ge-nommen nicht hätten ausgegcben zu werden brauchen, oder dieauf eine zweckmäßigere Weise als zum Vorthcil einzelner -We-nigen hätten verwendet werden können. So wurde überall inder Besoldung der Staatsdicncr mit geringerer Sparsamkeitverfahren als in andern Ländern. Es ist vielleicht in keinemThcile von Deutschland so häufig als in Hannover der Staats-dienst eine Quelle des Rcichthums gewesen.

Jener erste Fehler in der Stellung der Behörden ist inneuerer Zeit noch mehr hcrvorgctretcn, seit die Eammervcrwal-tung unter das Ministerium gestellt und dieses dadurch zur ober-sten Domanialbehörde gemacht wurde. Man hatte bereits seitder Wiederherstellung der rechtmäßigen Regierung auf eine Ver-waltung der Domaincn Bedacht genommen, welche aus diesemgroßen Vermögen auch den möglichsten Ertrag hcrbcischaffensollte. Man hatte die Pachtungen von den Beamtenstellen ge-trennt und andre Schritte gcthan, die aber zum Theil mit gro-ßen Ausgaben verknüpft waren, Bauten und ähnlichen Aufwandhcrbciführtcn, und deshalb schwerlich schon jetzt dazu dienten,den Zweck zu befördern. Dagegen waren unleugbar die Aus-gaben gestiegen, und fortwährend im Steigen. Es kamen die