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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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III. Zustand der Verwaltung.

wohlfeilen Jahre hinzu und vermehrten die Ausfälle und dieRemissionen, die um so nothwendigcr wurden, je höher diePachtsummcn gestiegen waren. Die Fixation derjenigen Be-amten, die bis dahin auf Sporteln angewiesen waren, brachteneue Ausgaben. In dieser Lage der Dinge bot man denn allesauf, um die sonstigen Einnahmen zu vermehren, und mancheAusgaben zu vermindern. In mehreren Fällen gelang es dieAusgaben auf ständische Cassen zu legen, wie dies 1820 mit ei-nem Theile der Ausgaben für den Ehaussecbau der Fall war,oder man erhielt Zuschüsse aus den ständischen Cassen (wie inden Verhandlungen über das Porto der ständischen Verwaltungs-behörden). Man reducirtc die Zinsen der Schuld, und indemman der ständischen Verwaltung 1824 die Möglichkeit gab, ihrefünfproceutigen Schulden abzutragcn, gewann man noch durchdie Differenz des Zinsfußes. Diese Operationen waren indeßunbedeutend gegen die, welche in der Verlegung der Binnenzölleauf die Gränzcn zu Stande gebracht wurde. Der Ertrag warohne Zweifel sehr viel ergiebiger als der der alten Zölle, aberman hielt denselben so geheim, daß dadurch die öffentliche Mei-nung vielleicht noch mehr gegen diese Einrichtung gespannt wur-de, als cs durch völlige Kenntniß geschehen wäre. Durch die-sen Zoll litten übcrdicß die Gränzcn unvcrhältnißmäßig; erdiente dazu, den Handel der Städte Lüneburg, Stade u. s. w.zu stören, und um desto unangenehmer war hier die Wirkung.Später fühlte der auf seine eignen Interessen sehr eifersüchtigeBcamtcnstand sich gekränkt, weil manche der bessern Stellenlängere Zeit vacant gelassen wurden, und diese Unzufriedenheitwirkte sehr tief. Nicht minder nachtheilig war cs, daß die ge-ringeren Domanialgefällc mit immer steigender Schärfe eingc-tricben wurden. Man fand in allem diesem Gründe genug fürdie Meinung, daß ein ungeheurer Uebcrschuß vorhanden sep,und von Jahr zu Jahr auf Kosten der Untcrthanen vermehrtwerde; und cs ist natürlich, daß diese Ansicht am Ende dieStellung der Negierung ganz und gar untergraben mußte. Eswar unmöglich, jetzt ein System heilsamer und kräftiger Spar-samkeit eintrctcn zu lassen, weil die schiefe Stellung der Re-