86 116 Zusrcmd dcr Verwaltung,
wie überhaupt die Fehler sich stets gegenseitig bedingen und ver-schärfen.
Uebcr die Trennung der Dvmanialsinanzen ist so viel ge-klagt, daß es kaum nöthig scheinen kann, noch etwas darüber zusagen; allein gerade hier wird eine Berichtigung dcr Ansichtensehr nothwcndig scyn. Jene Klagen beruhten meist auf derMeinung, daß ungeheure Uebcrschüfsc dcr Domaincn jährlichaußer Landes gingen, und diese Meinung ist leicht erklärlich,wenn man das Gchcimniß kennt, mit welchem das Dvmanial-wcscn jederzeit behandelt ist. Dennoch wird ein jeder, dcr nähereNachrichten zu sammeln Gelegenheit gehabt hat, sich überzeugen,daß die Meinung, nach welcher jährlich l 00,000 Rthlr. in Folgealter Bestimmungen Georgs I. als Handgelder des Königs ver-wandt sind, dcr Wahrheit ziemlich nahe liege *). Ohne Zwei-fel bestand das Hauptübcl darin, daß die Regierung eine durch-aus falsche Stellung erhielt. Denn als Verwalter des Dvma-nialvcrmögcns mußten die höchsten Beamten beständig gegendas Interesse der Steucrcassen und Steuerpflichtigen ankam-pfen, von diesen zu gewinnen, gegen sie zu ersparen suchen, woihre richtige Stellung gewesen wäre, zuerst das Interesse dcrUntcrthanen, dann erst als Mittel das Verhältniß des Dvma-uialvcrmögcns zu Rathe zu ziehen. Bei jeder Gelegenheit ent-wickelte sich ein doppelter Streit, die Frage ob irgend etwasgeschehen, und wer die Mittel dazu schaffen sollte? ManchesGute ist an diesem Streite in den Ständen gescheitert. Mehrnoch mag von der Negierung zurückgchaltcn scyn, um den Streitzu vermeiden, den man in mehr als einer Rücksicht scheute.Zum mindesten war diese Scheu stets eine Verthcidigung dcrUnthätigkeit. Wenn auf diese Weise die Regierung gegen dasLand gestellt das Domanium vcrtheidigen mußte: so war sie aufandre Weise auch wicdcrgcgen den Fürsten selbst gestellt, wenn dcrFall eintretcn sollte, daß Verwendungen gegen das Interessedes Landes die Oberhand behielten. Es würde eine solche Stel-lung höchst bedenklich gewesen seyn, da bei dcr Heimlichkeit des
') Unter Georg III. sollen auch diese fast nur IM Lande ver-wandt scnn.