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12. Die neue Ständeversammlung.
pfe verloren, und begnügte sich , da die erste Cammer jetzt alleArbeiten umstoßen, statt einer glcichdurchgchendcn GrundsteuerProvinzialquotcn einführen, deren Vcrtheilung den Provinzial-Landschaftcn überlassen und so die Einheit des Landes und dieBedeutung der allgemeinen Ständeversammlung möglichst her-abbringen wollte, dieses Quotcnsystem aus etwas bloß scheinbarbedeutendes zu reducircn, wahrend sie (1823) den großen Feh-ler beging, die Communalwegeordnung lediglich den Provinzial-landschaften zuzuwcisen. —
Ucbcrhaupt bewies sich die zweite Cammer fast in allemschwach und von der Regierung abhängig. Sie hatte keinen fe-sten Standpunkt, war oft unklar in ihren Beschlüssen und nie-mals fest gegen die Angriffe der ersten Cammer. Diese tratmehr als einmal der Regierung bestimmt entgegen, sie war ent-schieden, klar in ihrem Interesse und trug in der Regel den Siegdavon. Freilich in einem Sinne, der nur für das Interesse derMinderzahl der Einwohner sorgte; aber dennoch gab oft dieMenge ihr Beifall, weil man eben Widerstand wollte und sichdes Widerstandes freute, ohne Grund und Wirkung zu bcur-thcilcn. Jene Schwache der zweiten Cammer aber fällt theilsder Schlaffheit der Wahlcorporationcn zur Last, theils der Vcr^fassung, theils der Regierung, die vermöge beider ersten Män-gel in der zweiten Cammer ein großes Ucbergcwicht ausübte.Ein sehr großer Thcil der Stadtmagistrate, die hauptsächlichwählten, und Stifter hatte, völlig unbekümmert um die Ver-hältnisse, um die entscheidende Wichtigkeit des Landtags, De-putate gewählt lediglich in Rücksicht auf möglichst billige Ver-gütung. Eine kleine Verminderung der neuen Ausgabe an Diä-ten hatte ihnen die höchste Staatsklughcit geschienen. Warumsollten sic sich aufopfern für einen Landtag, der fast geflissentlichvon allen höher Gebildeten, d. h. besonders dem Stande derStaatsdicner, als eine Last, eine Hemmung der Regierung, eine be-deutungslose Thorheit verachtet, ja verspottet wurde. Vielleichtnur deshalb, weil niemand sich die Mühe nehmen mochte, dieVerhältnisse zu studircn, und weil allgemeiner Tadel sehr leichtist, aber doch immer ein gewisses Besserwissen andeutct. —
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