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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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58 II. Hannover. Entwickelung des Zustandes.

Es war Fehler der Wahlcorpvrationen, daß diese also wählten Fehler der Verfassung war, daß viele Corporationen ausArmuth geistiger und materieller in der Lage waren, alsowählen zu müssen. Die Stände suchten einen Theil diesesUcbcls zu heben, indem sie Diäten aus der Landescasse bewil-ligten ; an bessere Wahlordnung dachte man nicht. Aber auchjenes Mittel wurde von der Regierung gänzlich zurückgcwicscn,und in diesem Festhalten des Einflusses liegt der erste Fehler derRegierung in Bezug auf die zweite Cammer, der zweite in derArt, wie sie sich des Ucbcrgcwichts bediente, das die also hcrbei-gcführte große Zahl abhängiger Staatsdicner in derselben ihrgewährte; der dritte in dem Benehmen gegen unabhängigeStimmen. Nicht in Hannover wohnhaften Staatsdicnernwurde der fernere Urlaub versagt, weil ihre Reden mißfielen,andre Staatsdicner aber, die durch Dcnuntiationcn jene Schritteerleichterten, wurden befördert. Besonders aber fällt der Ne-gierung zur Last, daß sie die Worte des Reglements, welcheden Cammcrn den Abdruck der Protocolle gänzlich frcistellen,also interpretirte und beschränkte, daß jede zweckmäßige Aus-führung unmöglich wurde. Auf diese Weise wurde jene Unkundcund Thcilnahmlvsigkcit im Lande genährt, welche zwar für denAugenblick möglich machte, fast alles in der Versammlungdurchzusctzen, welche aber auch der Versammlung selbst allesGewicht und der Regierung den ganzen Vortheil entzog, densie von den Ständen erwarten konnte, nämlich Sicherstellungder eignen Handlungen gegen Mißvergnügen und Tadel.

Dieser Einfluß der Regierung nahm späterhin keineswegsab. Die Wahlen des Jahrs 1826 wurden indcr größten Schlaff-heit vollzogen, und selbst bedeutende Städte hielten eS nichtmehr der Mühe wcrth, einen Deputaten aus ihrer Mitte zu sen-den. Die Majorität der Regierung stand fest, wenn gleich schonjetzt neben den einheimischen Staatsdicner» auch mehrere Bür-ger der Stadt Hannover cintratcn, deren Stimmen minder ab-hängig waren. In diesem Jahre noch faßte die erste Cammer,deren Wünsche rücksichtlich der Administration der Grundsteuervon der Regierung bekämpft wurden, die Ansicht, daß cs noth-