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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
Entstehung
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II. Hannover. Entwickelung des Zustandes.

lur ihn für jenes Actcnstück verantwortlich macht, döse Absich-ten unterlegen, hier wäre Stoff dazu überreichlich vorhanden.Unterrichtete Männer haben ihm stets eine edle Gesinnung zu-getraut; aber er hat spater durch eigne Schriften erwiesen, daßer im Irrthumc über die Verhältnisse seines Vaterlandes lebe,und dieser Irrthuni ist cs , der ihn auch hier geleitet hat. InWahrheit, wollte er Interessen sondern: so mußte er nicht dasInteresse des Adels so entschieden obenan stellen. Es sindwichtigere Interessen vorhanden. Wollte er das Bestehendezum Grunde legen: so durfte er nicht zwei Cammcrn grün-den, die allem Bestehenden widersprechen, nicht das Land inEin Ganzes vereinigen und also alle auf den Provinzen ruhen-den Rechte unklar machen. Die Vereinigung war nothwcndig,das wird jeder Unbefangene gern zugcben, sic ist ein Verdienst;die Theilung in zwei Cammcrn hat sehr, bedeutende Gründefür sich; selbst diese Einthcilung hat im letzten Jahre gut, wennauch nicht im Sinne ihrer Entstehung, gewirkt; aber wenn manEinen Schritt thut, so muß man auch die folgenden nicht ver-schmähen, nicht in Halbheit sich cinschläfern und von bestehendemRechte reden, wo die Grundbedingungen der Ausübung diesesRechts gefallen sind.

11. Amheil der Stande an der Verfassungvon 1819.

Die Stände haben im Jahr 1819 diese Propositionen ei-ner sehr eingreifenden Discussion unterzogen; aber scy cs eigneUnklarheit, scy cs Mangel der Leitung, die Anträge wurdennicht gebessert. Hätte man eine ruhige, überlegte Prüfungdurch Ausschußberathungcn dem Gegenstände gewidmet: so wärevielleicht ein Resultat zu hoffen gewesen; allein dies war nichtder Fall. Die Versammlung scheint der irrigen, wenigstensdurch die Wiener Schlußactc durchaus verworfenen Ansicht*)gewesen zu seyn, daß die Verfassung von der Königlichen Ent-

') S. oben §. 2-