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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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10. Umgestaltung der Verfassung. 39

verderbliche Folgen haben konnte. Viele, zumal die einsichts-vollem Einwohner der nicdcrsächsischen Provinzen, fürchteten,daß die Bestimmung der Provinziallandschaften sey, zu seinerZeit einem Geiste der Reform, der sich in einer allgemeinen Ver-sammlung offenbaren könnte, durch den übermächtigen Aristo-cratismus dieser Versammlungen die Spitze zu bieten. Dahersind sic Gegenstand des Unwillens, und folglich durchaus bedeu-tungslos geworden.

IcncBcsorgm'ß fand übrigens in den hierauf folgenden Ver-handlungen über die allgemeine Versammlung Grund. Diestiefe Stillschweigen über die gegenseitigen Befugnisse, das auchhier beobachtet wurde, die offen ausgesprochene Begründung derallgemeinen Versammlung auf die Provinzialversammlungen(eine Einrichtung, die indcß nur bei den Ritterschaften und denFreien vonOstfricsland und Osnabrück sich verwirklichte, bei denStädten und folglich der Mchrbeit der zweiten Cammer aberfchlschlug); endlich der Schluß des provisorischen Landtagesselbst, ließ nur zu sehr empfinden, wie nahe der Gedanke liege,dicProvinziallandschaftcn zu Richtern über jede bedeutende Ten-denz des allgemeinen Landtags zu machen. Sicher konnte dieRegierung dann des ilivnlo M, ünjwra gewiß seyn; aber manübersah durchaus, daß ein solches Verfahren schwerlich geeignetwar, den Zustand des Landes zu bessern, wirklich gegründete For-derungen zu beschwichtigen. Getäuscht durch den damaligen Zu-stand Deutschlandcs, wo Forderungen oft thvrichtcr Natur nurvon Wenigen ausgesprochen wurden, konnte man glauben, dieMasse werde ewig indifferent seyn, wenn es nur gelinge diesenWenigen auf irgend eine Weise Stillschweigen aufzulegen. Manvergaß, daß wirkliche Uebel endlich die Masse auch bewegen,daß Forderungen der Masse durch Majoritäten und Formalitä-ten zu beschwichtigen, am meisten den Glauben an das Beste-hende zerstört, Unwillen und Gewaltthat hervorruft, daß end-lich eine Versammlung von Männern, die wahrlich niemalsalle von revolutionärer Gesinnung noch von der Regierung un-abhängig sind, in keinem Falle einen entschiedenen Ton gegen