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II. Hannover. Entwickelung des Zustandes.
Landtag beherrschte, da die Städte keine geschlossene Curicnmehr bildeten und eine Stadt wenig mehr galt als ein Ritter-gut. —
Das Uebcrgewicht des Adels blieb nicht ohne den nachthci-ligstcn Einfluß auf die übrigen Stande. In den großem Städ-ten herrschte Magistrats-Oligarchie, die kleinern waren von Adelund Negierung abhängig. Der Bcamtenstand, ebenfalls berei-chert durch die reichlichen Vvrthcile des Dienstes, schloß sichmöglichst gegen unten ab, so wie der Adel sich gegen jeden Zu-wachs schloß, und selbst alte Geschlechter nicht anerkannte, weilsic für patrizisch galten. Bedeutende Gewerbe hatte das Landnicht, außer denen, die dem Landcshcrrn zustandcn. DcrKauf-mannsstand war ohne Ansehen, der Advocat verachtet. Nir-gends konnte sich unabhängige Gesinnung bilden; denn allehaschten nach Conncxioncn, erwarteten dcmüthig von dem Hö-heren ihr Glück und sonderten sich von den Niedern stolz ab.Ja man fand in dieser Sonderung der Stände sogar etwas pas-sendes, zweckmäßiges *).
In der Regierung war gegen Ende des 18. Jahrhundertskeine cigcnthümliche Kraft. Die ganze Kunst der Verwaltungbestand darin, herkömmliche, mitunter kleinliche Anordnungengenau zu befolgen. Gcwaltthaten geschahen nicht, allein man hattedennoch theoretische Grundsätze ausgcbildct, durch welche dieUnabhängigkeit der Gerichte auf eine Weise geschmälert wurde,die mit deutscher Verfassung, zumal der Neichsgerichtsvcrfas-sung, durchaus im Widerspruche stand; und in Folge dieserGrundsätze war mehr als einmal die Justiz gehemmt **). Diebedeutenden Forderungen des Landes an England ans dem sie-benjährigen Kriege waren theils dadurch, thcils durch die Schwä-che der Negierung und Stände verloren gegangen, weil König
") Wie Brandes i» einem Aufsätze über die geselligen Verhält-nisse der bcdcutcndcrn Städte in de» Annalen der Churlande von1787 und 88-
") lieber die Anwendung dieser von Strubeu in seine» Schrif-ten vielfach verthcidigtcu Grundsätze enthalten die Streitschriftenu> der Sache des Hofrichters v. Berlepsch manches wichtige.