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Über die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover : ein Versuch, Ansichten aufzuklären
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1. Deutschlands Stellung.

Vermehrung der Thätigkcit zieht Vermehrung der Hoffnungenfür sic nach sich. Wer kann aber glauben, daß dich den unternStanden unbemerkt bleibe; wer kann cs übersehen, daß dasGefühl dieser Vorthcile sie so sehr zum Andrang zu Staatsam-tcrn reizt; wer kann hoffen, daß sie cs gleichgültig ertragen,wenn durch Verfügungen aller Art den hohem Standen jeneVorthcile gesichert, Neulinge davon ausgeschlossen werden? *)

Außer dieser natürlichen Unzufriedenheit der untern Standeüber Belastung, der hohem über Willkühr wird jene ausge-dehnte Thatigkeit der Negierung vorzüglich lästig durch dieHemmung, die sie überall der freien Bewegung der Kräftebringt. Nicht etwa weil die Freiheit geradezu beschrankt wür-de; oft ist dies freilich der Fall; sondern vor allem durch dieSchlaffheit und den Mangel der Einsicht, die sich nur zu oftin diese Verhandlungen entschleichen. Auch bei der höchstenThatigkcit kann dennoch kein fremder weitcntfcmtcr Beamter sokräftigen Anthcil an den Sachen nehmen, dieselben so gründlicherwägen wie der, den sie zunächst angchcn. Nachlässigkeit undMißverstand aber sind auch nicht selten; und je mehr die Ge-schäfte durch Centralisation formell geordnet sind, desto mehrhäuft sich Zeitverlust und Mangel genauer Kcnntniß; je weiterman jene vvrsorgcnde Lhatigkcit der Regierung ausdchnt, umdesto mehr häuft sich die Zahl der unangenehmen Bcrührungs-punctc, welche den Bürger gegen die Regierung reizen. DasWohlthatige aber, das dieser Einwirkung allerdings in manchenFällen nicht abzusprechcn scyn wird, kann thcils niemals demEinzelnen seinen unmittelbaren Nachthcil aufwicgcn, thcilskann cs nicht in Anschlag kommen, weil der Bürger sich berech-tigt hält, und halten muß, solche Förderung von der Regierungzu verlangen, wenn sic sich einmal in seine Angelegenheiteneinmischt.

Denn das gefährlichste von allem sind die Ansprüche, wel-che die Regierung sich aufladct, indem sic unternimmt Angele-genheiten selbst zu besorgen, die besser dem Unterthanen allein

') z. B. Beschränkung des Studirens u. s. w.