Vernichten ist überall ein Werk der Maste. Neues zuschaffen nur das Werk weniger erhabenen Geister, und wo istin Deutschland der Mann, auf den das Volk seine Blicke rich-ten konnte? Die welche in frühercrZcit gewaltig gewirkt, sic sindGreise, wenn sic noch im Leben sind, und in der Jugend ist wenigKraft entwickelt. Hoffen wir denn, daß der Himmel den Mannerwecke und sende, den wir bedürfen.
Aber uns geziemt es nicht, zu warten, ob anderswoherHülse komme; wir selbst müssen eingrcifen. Das Gute hatkeinen gefährlicheren Feind als jene Lust der Vernichtung, jenengänzlichen Mangel fester Richtung, der nur deshalb Alles zer-stören möchte , weil ihm beständig unklar ist, wo das wahre Ue-bcl liege. Arbeiten wir denn diesem entgegen, decken wir dieMängel auf wie sie sind, zeigen wir, was fehlerhaft gewesen,damit wir das übrige retten. Zu andern Zeiten mag cs rath-samcr scyn, die Gründe groß gewordener Nebel zu verschwei-gen, damit nicht unvorsichtiger Angriff dazu diene, sic übermäch-tig zu machen. Zn unserer Zeit hilft nur Offenheit; Schwei-gen kann nichts schützen, wohl aber alles gefährden; denn dieMasse zürnt gegen Alles, solange nicht im Einzelnen die Schä-den nachgcwiesen sind. Ist dies geschehen, sehen wir einmalklar vor Augen, wo die Ucbel liegen, dann ist jene Gefahr ge-brochen, dann werden auch die Gegenmittel sich leicht ergeben;und die Masse, die jetzt nur Zerstörung kennt und wünscht,wird alsbald bestimmte Dinge verfolgen, wird jene vernich-tende Richtung verlassen und dem vertrauen, den unterstützen,der etwas zu schaffen den Willen und die Kraft hat. —
Erkcnntniß also ist der erste Schritt zur Rettung; aber siezu geben, ist nicht das einzige, was uns obliegt. Was alleinden Staat hält, was allein den Menschen an die Heimat bin-det, das ist nicht bloß sein äußeres Wohlscyn; es ist die Liebezum Vaterlande, die Liebe zu dem Boden, darin seine Väterschlafen, in dem er selbst einmal die müden Glieder zur Ruhe