demie kann man bis zum 19. August 1817 verfolgen*!,wo Dr. Robert Tyttler auf dem Delta des Ganges zuJessore, 100 englische Meilen nördlich von Calcutta,den ersten Cholera-Kranken sah. Schon im Septemberbemerkte man die Krankheit zu Calcutta; sie pflanztesich in gröfsern oder geringem Abständen von Raumund Zeit über beide Halbinseln fort, nach OstenChina, nach Westen Persien, nach Süden die InselSt. Mauriz, nach Südost die Molukken erreichend.Im Jahre 1823 drang sie auf das russische Gebiet vor;erst im Jahre 1829 überschritt die Seuche Astrachanund brach in Sarepta und Orenburg aus. Die weitereVerbreitung von hier aus über Rufsland, Polen,Preufsen, Galizien, Ungarn, Oestreich, Norddeutscli-Iund, England ist allgemein bekannt und noch frischim Andenken.
Nun scheint es allerdings, dafs die Cholera sichvon ihrer Geburtsstätte, dem Ganges-Delta aus, nachNord und Süd, nach Ost und West verbreitet, dafssic sich durch Verschleppung und Uebertragung überdie Welt ausgestreut habe. Die beiden grofsen Ver-anlassungen zur Mittheilung von Krankheit waren inallen diesen Gegenden reichlich gegeben: Handel undKrieg, Verkehr und Vermischung fremder Nationenin friedlicher und feindlicher Absicht.
Die Idee der Contagiosität mufste um so eher beiuns Wurzel fassen, je weiter wir vom Schauplatz der
*) Von Andern wird die Existenz der Cholera in dem Di-stricte von Purneah in Indien im April und Mai 1816berichtet. (Siehe Froriep’s Notizen Nr. 709. März 1832.)Uebcrhaupt aber scheint die Cholera in Indien schonmehrere Jahrhunderte als Epidemie bekannt und beob-achtet worden zu sein.