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sen haben., ohne dafs Einschleppung anzunehmen ist.Die merkwürdigen Erzählungen über deren Weiler-verbreitung daselbst sind sämmtlich erdichtet.
In Marienburg war die Zahl der Cholera-Krankensehr gering, und das Lazareth, wozu die schöne Frei-maurer-Loge eingeräumt war, bekam im Durchschnitttäglich kaum einen oder zwei Kranke Zugang. Ichverwandte die mir dadurch übrig bleibende Zeit zur Be-handlung der Cholera-Kranken auf dem Lande, da imMarienburger Kreise einige Dörfer ganz besondersvon der Cholera heimgesucht wurden, namentlichMilentz und Barendt. Ich habe in diesen und andernDörfern Gelegenheit genug gehabt, die Schrecken derSeuche, wenn sic sich irgendwo einnistet, ganz in derNähe kennen zu lernen. Man begegnete bei seinen Rei-sen nach diesen Dörfern fast nur Aerztcn und Särgen,und in den oft elenden Wohnungen mufste manmanchmal über Leichen zu den Betten der Krankenund Sterbenden Einschreiten.
Durch die bis in die niedrigsten Klassen des Volkesgedrungenen lebhaften und übertriebenen Vorstellun-gen von der pestartigen Ansteckungsfähigkeit der Cho-lera geschah es, dafs alle natürlichen Bande der Liebe,Verwandtschaft, Freundschaft aufgelöfst wurden.
Manche Kranken fielen in ihren elenden Hüttendem traurigen Schicksale anheim, verlassen von Elternoder Kindern, von Geschwistern oder Nachbarn, ohnePflege, ohne Trost der Cholera zu unterliegen. Ich habe,wie es gewifs auch andern Aerzten begegnet ist, an derCholera Verstorbene in mannigfachen Stellungen er-starrt gefunden. Ein altes Mütterchen z. B. war ebenim Begriffe gewesen, nach Befriedigung eines Bediirf-