Wenn man nun nach der gegebenen Vorschriftdie Sonnenuhr auf einen Platz, wo sie die Sonne be-scheinen kann, recht horizontal aufstellt; so muß manaledenn die i2te Stundenlinie genau auf die Mittags,linie richten. ES ist dazu eine Magnetnadel brauchbar,welch? man mit der Uhr verbindet, und deren Abwei«chung vom wahren Mittage man genau weiß. Befin-det sich nun eine solche Magnetnadel bey der Sonnen,Uhr; so stellt man die Uhr so, daß die i2te Stunden-linie genau unter den Theil der Nadel steht, welchernach Norden hingekeh, t ist. Nun aber stehen in denmeisten europäischen Landern die Magnetnadeln nichtgenau nach Norden, sondern weichen fast immer baldmehr bald weniger davon ab. So ist z. B. hier inGott in gen die Abweichung der Magnetnadel vonNorden 17 Grade nach Westen zu. Diese 17 Gradezahlt man daher nach Osten zu zurück, und man wirddenn genau die i2te Stundenlinie haben. Statt desVerfahrens mit der Magnetnadel kann man auch einsMittagslinie ziehen, so. wie es im Artikel Mittagsli-n i e gelehrt ist. Der Schatten des Zeigers wird nunalso jedesmal die Stunden des Tages genau zeigen.
II. Eine Vertikaluhr zu verzeichnen.
Man ziehe erst die horizontale Linie 00 5.
und auf diese setze man 2L perpendikulair. Letzteremacht also zwey rechte Winkel mit ersterer, so daß 2 8die zwölfte und 0V die sechste Stundenlinie be,deutet. Nach der Lange dieser Linien bestimmt man dieGröße der Uhr. Aus dem Punkte k, dem Mittelpunk-te der Uhr, errichte man den Winkel .6 21?, welcherdem Complement der Polhöhe, das heißt, derjenigenAnzahl Grade gleich ist, welche der Polhöhe fehlen,damit sie 90 Grad werde;^hier in Göttingen Z7Grad 28 Minuten und einige Sekunden, die man weg,laßt. Man setze nun auf die Linie der zwölften Stun,de die Linie 10 senkrecht; so wird diese Linie, der aufrech-