abweichen sollte, welches im Bogen einen Fehler von^ Grad gab. Es mußte also die Uhr für jeden Tagnicht mehr als höchstens 2-ß Sekunden unrichtig gehen;und hierauf gründete sich der Preiß, den England aufdie Erfindung der Seeuhren setzte. Man wird leichteinsehen, daß unsere astronomischen Uhren, wenn sierecht vollkommen verfertigt würden, im Stande warendiese Forderungen zu befriedigen, wenn nicht dasSchwanken des Schiffs ihre Anwendung auf der Seeunmöglich machte.
Es müssen überhaupt folgende Hindernisse bey ei-ner Uhr zum richtigen Gebrauch auf der See aus demWege geräumt werden: 1) DaS Schwanken des
Schiffs darf nicht die geringste Veränderung im Gangeder Uhr hervorbringen 2) Die veränderliche Schwe-re in verschiedenen Breiten auf der Erdkugel macht, daßdas Pendel, so wie es selbst von der besten Beschaffen-heit an astronomischen Uhren sich befindet, nicht zu ei-ner Seeuhr gebraucht werden kann. Denn nach demAequator zu würde es langsamer, nach den Polen zugeschwinderschwingen, (s. Pendel) welches begreiflichbey einer Seeuhr nicht geschehen darf. Die Unruheder Taschenuhr ist ein solcher Regulator, der keine sol-che Veränderungen erleidet, und daher ist er geschickt,bey Seeuhren angewandt zu werden. Doch hat er,so wie er sich an den Taschenuhren befindet, wegen denvielen Anreibungen und andern Unvollkommenheiten,denen er ausgesetzt ist, noch viele Mängel an sich, dieihn für die Seeuhr unbrauchbar machten, wenn mannicht Mittel auögesonnen hatte, sie insgesammt glücklichhinwegzuschaffen.
Weil durch das mehrere oder wenigere Schwan-ken des Schiffs die Bogen, die der Regulator beschr ibt,größer oder kleiner werben; so mußte man auf ein Mit-tel bedacht seyn, die Dauer der Vibrationen sich im-mer gleich zumachen, wenn auch die Bogen ungleichwaren. Es darf z) nicht die veränderliche Tempera-