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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Siebentes Buch.

war Jesus; aber seine Jünger erkannten ihn nicht, da siein Trauer über das herbe Schicksal ihrcrs Lehrers versunken,ihn weniger in das Auge faßten, da Jesus höchst wahrschein-lich hinter ihnen ging und sie also ihn weniger genau ansehnkonnten, da Jesus überhaupt durch die erduldeten Marternund den Aufenthalt im Grabe in seinen Gesichtszügen eine-Veränderung erlitten haben mochte, und da er nicht seinegewöhnliche Kleidung trug, weil diese bei der Kreuzigung denSoldaten anheimgefallen war.

Nach einiger Zeit erst brach Jesus sein Schweigen undfragte die Jünger, wovon sie eigentlich mit einander redeten,und warum sie so traurig wären. Jetzt hörten die Jüngeran der Aussprache ihres Begleiters, daß er nicht aus Jeru-salem und der nächsten Umgebung dieser Stadt gebürtig war;daher sagte der eine von ihnen, welcher Kleophas hieß *),zu Jesu:Bist du der Einzige unter den Fremden zu Je-rusalem, der keine Kenntniß von dem hat, was in diesenTagen darin vorgegangen ist?" Als Jesus hierauf weiterfragte, was denn geschehn sey? so erzählten ihm die beidenJünger, daß Jesus von Nazarcth, der sich durch seine Lehreund seine ausgezeichneten Thaten als göttlichen Gesandtenverherrlicht habe, von dem Hohenrathe dem Römischen Land-pfleger überliefert, von diesem zum Tode verurtheilt und als-dann gekreuzigt worden sey; daß sie dadurch in ihren Er-wartungen getäuscht worden wären, weil sie gehofft hätten,Jesus werde als Messias auftreten und die Juden aus ihrerbedrängten Lage befreien. Zugleich bemerkten sie, daß eseben der dritte Tag sey, seitdem Jesus gekreuzigt wordenwäre, und daß ihnen befreundete Frauen sie in neue Unruheversetzt hätten durch die Nachricht, daß Jesu Leichnam nichtmehr im Grabe sich befinde, und daß durch eine Erscheinungvon Engeln die Kunde ihnen geworden wäre, Jesus lebe.

*) Manche halten diesen Kleophas für den Mann der Maria Kleophas»der es aber wohl nicht war. Wer der andere Junger gewesen sey, weißman noch weniger. Gregorius, der Große, hält ihn für den nachherigenEvangelisten Lukas; Origcnes und Basüius nennen ihn Simon; Epiphaniasmeint, es seh Nathanael gewesen; und Ambrosius und Andere nenne» ihnsogar Emmaus. Wahrscheinlich aber haben Alle Unrecht.