Reisen Jesu der zweiten Periode rc. 21Z
hatte. Da aber Jesus nicht mehr zugegen war und der Ge-heilte seinen Wohlthäter nicht naher kannte, so konnte er keinegenügende Antwort ertheilen. Doch nicht lange darauf trafer Jesum im Tempel und nun berichtete er der Menge, ohnezu wissen, welchen Nachtheil er dadurch seinem Wohlthäterzufügte, daß Jesus es sey, der ihn geheilt habe. Von jetztan wurden Mehrere, vorzüglich die Pharisäer und Schriftge-lchrten, gegen Jesum sehr feindlich gesinnt, weil sie ihn füreinen Menschen hielten, der den Sabbath nicht ehrte; und des-halb suchte man ihn sogar zu todten; vorzüglich als er nochdazu erklärte, daß Gott sein Vater sey und daß er mit dem-selben in der innigsten Verbindung stehe. Auch half ihm dieausführliche Darlegung seines Verhältnisses zu Gott nichts.Es herrschte einmal in Vielen eine feindliche Gesinnung gegenihn, die eher zu- als abnahm, und die er nicht zu beschwich-tigen vermochte, weil er nicht von dem Pfade der Wahrheitund des Rechtes abweichen und nicht irdischen Rücksichten die-nen wollte. Das war aber auch der Grund, warum er sichnicht lange in Jerusalem aufhielt.
i FünftesBuch.
z Reisen Jesu in der dritten Periode seines Lehramtes,von dem zweiten bis zum dritten Osterfeste.
XXVI.
Jesus begibt sich von Jerusalem an den See Genesareth zurück.
> «Match. 12. 1-21. Mark. 2 , 23 - 28. u. 3, 1-12. Luk. 6, 1—11.)
Nachdem die Feier des Passahfestes ihr Ende erreichthatte, verließ Jesus Jerusalem, wo er sich nicht sicher sah,da die Pharisäer und Schriftgelehrten schon jetzt ihm feindlichnachstellten, und ging nach Galiläa an den See Genesarethzurück. Seine Jünger begleiteten ihn ebenfalls auf dieserReise; aber es scheinen auch Pharisäer ihm nachgegangen zuseyn, die ihn beobachten wollten in seinem ferneren Thun,und die ihn daher umlauerten.