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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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443
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's Wanderungen Jesu während seiner Leiden. 443

I den Auftrag seines edlen Lehrers, nahm dessen Mutter zuI sich in seine Wohnung, und war ihr ein liebevoller Sohn.I Auch die Pflicht eines guten Sohnes hatte Jesus also noch

I erfüllt, und ruhig konnte er seinem letzten Lebensaugenblicke

! entgegensetzn.

' Je länger Jesus am Kreuze hing, desto mehr mußten

s auch seine Schmerzen und Qualen zunehmen, wie oben an-

gegeben worden ist; desto größere Standh^tigkeit war alsoj auch nöthig, um nicht in Klagen und Jammergeschrei aus-zubrechen. Diese Standhaftigkeit wußte Jesus sich durchGebet zu Gott zu verschaffen und zu erhalten. Bekanntund vertraut mit den Schriften des alten Testamentes kamihm wahrscheinlich der 22. Psalm in das Gedächtniß,, derauf seine Lage vorzüglich paßte und kindliches Vertrauen undinnige Ergebenheit gegen Gott ausspricht. Vom Schmerzgedrängt begann er denselben laut zu beten und sagte:Eli, Eli, lama asabthani," das ist:Mein Gott, mein Gott,warum hast du mich verlassen?" allein da er hörte, daß man* mit seinen Worten Spott trieb, so schwieg er und beteteohne Zweifel in seinem Herzen weiter.

Als die Kreuzesqualen auch bei Jesu den brennendenDurst erzeugten, den die Gekreuzigten gewöhnlich empfanden,so rief der edle Dulder:Mich dürstet!" Auf diese Aeuße-rung tauchten die an dem Kreuze Wache haltenden Soldateneinen Schwamm in den sauren Wein, den sie als gewöhn-liches Getränke bei sich führten, steckten alsdann den mitWein angefüllten Schwamm auf ein Rohr, umgaben den-selben mit Jsop und führten ihn hierauf an Jesu Mund,, damit ck>er Gepeinigte den Wein aus dem Schwämme zur! Stillung seines Durstes aussaugen und durch den gewürzhaf-^ ten Duft des Jsops gestärkt werden sollte. Jesus nahmden Labetrunk zu sich und bald darauf fühlte er die Nähedes Todes, denn er rief:Es ist vollbracht!" und nichtlange hernach sprach er noch seine letzten Worte am Kreuze:Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!" Hieraufsank sein Haupt nieder und er verschied. Dieses geschah^ um drei Uhr Nachmittags.