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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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441
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Wanderungen Jesu während seiner Leiden. 441

«gefaßt, weil dieses damals die drei bekanntesten SprachenPalästina waren und nun Alle, welche aus verschiedenenrändern zur Feier des Pafsahfcstes in Jerusalem sich befanden,die Aufschrift verstehn konnten. Jene Worte.aber erregtenden Unwillen der Mitglieder des Hohenrathes, weil sie darin,eine Beschimpfung ihres Volkes sahen. Deshalb ließen siean Pilatus die Bitte ergehn, daß er in der Aufschrift eineAenderung vornehmen und schreiben lasten möchte, Jesus habesich für einen König der Juden ausgegeben. Allein Pilatus,der einmal unwillig über den Hohenrath war, weil dieserdurchaus aus Jesu Tod bestanden hatte, erklärte kurz, wasgeschrieben worden sey, solle unverändert stehen, bleiben *).

Von der Zeit an, wo Jesus zur Kreuzigung abgeführtwurde, erfüllte sich die Luft mit dicken Dünsten, wie eS ge-wöhnlich vor Erdbeben zu geschehn pflegt. , Diese Dünstehäuften sich immer mehr an, so daß endlich die Sonne da-durch verdunkelt wurde und eine völlige Finsterniß eintrat,welche bis gegen drei Uhr Nachmittags anhielt, wo Jesus am^ Kreuze verschied. Die ganze Natur schien also über den Tod

^ dieses Gerechten zu trauern. Eine Sonnensinsterniß konnte

I nicht die Ursache der Dunkelheit seyn, weil die Sonnenfin-

sternisse nur zur Zeit des Neumondes eintreten können, dasPassahfcst aber kurz nach dem Vollmonde fiel.

Während Jesus am Kreuze hing.stießen nicht allein Vielevon dem gemeinen Volke, das sich auf Golgatha versammelthatte, sondern sogar auch die anwesenden Obexpriester, Aelte-sten und Schriftgelehrten Lästerungen und beißende Spottredeiigegen den erhabenen Dulder aus. So schrecklich aber diesesdem Leidenden seyn mußte, so blieb er doch dabei gelassen,und in seinem Innern betete er gewiß auch für sie um Ver-§ zeihung von Gott. Als einer der mit Jesu gekreuzigten

*) Jene Tafel mit der genannten Aufschrift soll zugleich mit JesuKreuze wieder aufgefunden worden seyn. Lange Zeit bewahrte man sie inJerusalem; später aber wurde sie »ach Rom geschafft, wo sie in der Kirchezum heiligen Kreuze in einem reich geschmückten Koffer aufbewahrt wird.Sie ist vhngefähr Fuß lang und besteht aus Buchsbaumholz. Die Buch-staben darauf sind roth und auch in der griechischen und lateinischen Auf-schrift nach Art der hehräischen Achhift von der Rechten zur Linke» ge-schrieben.