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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Sechstes Buch.

wohl der Name Josaphat Veranlassung gegeben haben mag,da dieser:Gott richtet," heißt. Auch die Mohamedaner

glauben, Mohamed werde am jüngsten Tage in diesem Thalsan einer Säule sitzend Gericht halten.

Längs durch das Thal Josaphat stießt der Bach Ki-dron oder Cedron, dessen Name nach Einigen von denCedern herkommen soll, die zur Zeit der Jebusiter an seinenUfern gestanden hätten, wahrscheinlicher aber durch Dunkelzu erklären ist, weil sein Bett in Verhältniß zu der Umge-gend sehr tief liegt und weil er auch von Bäumen beschattetwird. Er nimmt seinen Ursprung auf der Nordseite von Je-rusalem, trocknet im Sommer ganz aus, schwillt aber zur Re-genzeit durch die von den umliegenden Bergen herabkommen-den Gewässer sehr an, so daß man an mehreren StellenBrücken über ihn bauen mußte, damit die Reisenden ihrenWeg über ihn fortsetzen können. In diesen Bach wurde dasBlut der Opferthiere, die man im Tempel schlachtete, geleitet,und der Unrath aus der Stadt durch Kanäle geführt. Nachvielen und verschiedenen Windungen ergießt er sich bei demKloster St. Saba in das todte Meer (Vergl. Seite 88.).

Auf der Morgenseite des Thales Josaphat, dem Teiii«pelberge gegenüber, befindet sich das Grabmal des Jo-saphat, nach welchem das Thal benannt worden ist. Esbesteht aus einer in Felsen gehauenen viereckigen Grotte, diejetzt zu einem Schaafstalle benutzt wird. Dem JüdischenKönige Josaphat kann es wohl nicht gehören, da dieser inder königlichen Gruft auf dem Berge Zion begraben wurde(1. König. 22, 51.), wo man auch noch jetzt sein Grab zeigt.

Ein zweites Grabmal daselbst ist das des Zacharias,das ebenfalls in den Felsen gehauen ist; man weiß abernicht, welchem Zacharias es angehört. Es hat die Gestalteiner Pyramide, die auf einem viereckigen Unterstocke steht,an dessen Wänden sich halb erhabene Dorische Säulen, an jederWand zwei, befinden. Das Ganze ist von außen glatt be-hauen und zeigt nirgends einen Eingang. Es wird auf dreiSeiten von dem Felsen umgeben, doch so, daß zwischen die-sem und dem Grabmal ein Gang ist. Daneben erblickt maneine Grotte mit einem Portale, das vier Dorische Säulen

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